Donnerstag, 6. Mai 2010
Samstag, 1. Mai 2010
Endorphin und Wahnsinn.
Und so saß ich also an der geöffneten Türe und schaute hinaus. Ziemlich genau zu der Zeit, als Thomas Müller in München seinen Drei-Tore-Marathon gegen den VFL Bochum begann, saß ich in einem kleinen, dröhnenden Raum und schaute ihm leider nicht dabei zu. Ich schaute einfach hinaus.
Vor einigen Wochen schon hatte ich mich hierfür gemeinsam mit Teuta angemeldet. Und so waren wir um 6.00 Uhr aufgestanden, hatten ein Standard Cashin-606e- Frühstück gefuttert (Bagels, zwei Sorten Hummus, Käse, Erdnussbutter, Cereals, Milch, getrocknete und frische Banananananen), noch schnell einige Klamotten in den Rucksack geworfen (wer weiß, wie kalt es werden würde?) und dann gings los. Treffpunkt um 7.00 Uhr vor Totman. Schnell in die Autos verteilt und ab nach Jumptown.
Glücklicherweise waren wir die ersten vier, die dort ankamen und wurden somit auch als die ersten 4 auf die Liste gesetzt. Es gab also nicht genug Zeit, um richtig Schiss zu bekommen. Es gab ein Briefing mit allen notwendigen Instruktionen und natürlich die für die USA handelsüblichen Unterschriften, die versichern, dass man über das Todesrisiko Bescheid wisse und und und bla bla bla... (im Ernst, hier gibt es Sticker für Autos, auf denen folgende Nachricht steht: "Careful, driving a car can cause death!" (etwa: "Autofahren kann eine Todesursache sein"). Das kannte ich ja schon von den Schnorcheltrips, wo gar ein großes Schild mit der Aufschrift "Achtung, wer schnorcheln will, muss schwimmen können!" angebracht war... (hab ich das vorher schonmal erwähnt? Ega, geht mir nicht aus dem Kopf...).
Es waren also alle Vorbereitungen getroffen und die Spannung stieg!
Und so sitze ich also an der geöffneten Türe und schaue hinaus. Ein schöner, sonniger Tag. Unter mir gähnen zweieinhalb Meilen Leere. Mein Instructor und ich sind die letzten, die anderen sind innerhalb der letzten Minute verschwunden. Es bleibt nicht genügend Zeit, um nachzudenken. Ich lehne meinen Kopf an seine Schulter, verschränke die Arme auf der Brust. Dann höre ich seine Stimme: "Ready, set, go!" Einen Moment lang verliere ich völlig die Orientierung. Dann spüre ich sein Klopfen an meinen Schultern und breite die Arme aus. Fliegen. 50 Sekunden. Ich spüre den Wind im Gesicht. Dann wird es kühl und ich sehe einen winzigen Moment lang nichts mehr. Eine Wolke. Ich schreie vor Freude, das Adrenalin schießt mir in den Kopf. Dann ein Ruck. Wir beginnen zu schweben. "Look to the right!", höre ich ihn sagen. Ich blicke nach rechts und sehe Teuta einige dutzende Meter entfernt an einem Fallschirm baumeln. Hunderte von Metern über den Wäldern und Seen von Massachusetts begegnen sich unsere Blicke. Wir lachen. Irgendwo zwischen Endorphinen und Wahnsinn.
Ja Mami, ich bin heute aus einem Flugzeug gesprungen. Und der FC Bayern ist Deutscher Meister geworden. Ein guter Tag.


Vor einigen Wochen schon hatte ich mich hierfür gemeinsam mit Teuta angemeldet. Und so waren wir um 6.00 Uhr aufgestanden, hatten ein Standard Cashin-606e- Frühstück gefuttert (Bagels, zwei Sorten Hummus, Käse, Erdnussbutter, Cereals, Milch, getrocknete und frische Banananananen), noch schnell einige Klamotten in den Rucksack geworfen (wer weiß, wie kalt es werden würde?) und dann gings los. Treffpunkt um 7.00 Uhr vor Totman. Schnell in die Autos verteilt und ab nach Jumptown.
Glücklicherweise waren wir die ersten vier, die dort ankamen und wurden somit auch als die ersten 4 auf die Liste gesetzt. Es gab also nicht genug Zeit, um richtig Schiss zu bekommen. Es gab ein Briefing mit allen notwendigen Instruktionen und natürlich die für die USA handelsüblichen Unterschriften, die versichern, dass man über das Todesrisiko Bescheid wisse und und und bla bla bla... (im Ernst, hier gibt es Sticker für Autos, auf denen folgende Nachricht steht: "Careful, driving a car can cause death!" (etwa: "Autofahren kann eine Todesursache sein"). Das kannte ich ja schon von den Schnorcheltrips, wo gar ein großes Schild mit der Aufschrift "Achtung, wer schnorcheln will, muss schwimmen können!" angebracht war... (hab ich das vorher schonmal erwähnt? Ega, geht mir nicht aus dem Kopf...).
Es waren also alle Vorbereitungen getroffen und die Spannung stieg!
Und so sitze ich also an der geöffneten Türe und schaue hinaus. Ein schöner, sonniger Tag. Unter mir gähnen zweieinhalb Meilen Leere. Mein Instructor und ich sind die letzten, die anderen sind innerhalb der letzten Minute verschwunden. Es bleibt nicht genügend Zeit, um nachzudenken. Ich lehne meinen Kopf an seine Schulter, verschränke die Arme auf der Brust. Dann höre ich seine Stimme: "Ready, set, go!" Einen Moment lang verliere ich völlig die Orientierung. Dann spüre ich sein Klopfen an meinen Schultern und breite die Arme aus. Fliegen. 50 Sekunden. Ich spüre den Wind im Gesicht. Dann wird es kühl und ich sehe einen winzigen Moment lang nichts mehr. Eine Wolke. Ich schreie vor Freude, das Adrenalin schießt mir in den Kopf. Dann ein Ruck. Wir beginnen zu schweben. "Look to the right!", höre ich ihn sagen. Ich blicke nach rechts und sehe Teuta einige dutzende Meter entfernt an einem Fallschirm baumeln. Hunderte von Metern über den Wäldern und Seen von Massachusetts begegnen sich unsere Blicke. Wir lachen. Irgendwo zwischen Endorphinen und Wahnsinn.
Ja Mami, ich bin heute aus einem Flugzeug gesprungen. Und der FC Bayern ist Deutscher Meister geworden. Ein guter Tag.


Dienstag, 27. April 2010
Kulte, Kälte, kein Studieren - Die Connecticut RIver Challenge 2010
Ein Fluss, zwei Vans, ein Versorgungsauto, vierzehn flusshungrige Menschen, zwei Kanus, sechsunddreißig Stunden, einhundertdreißig Meilen. Mein Wochenende in Zahlen.
Freitag gings los. Zwei gemietete EnterpriseVans mit Matraze hinten drinnen und nem Kanu auf dem Dach. Die Teams waren schnell verteilt. Dann hoch zur kanadischen Grenze in den schönen Staat Vermont, der, ähnlich der Gemeinde Bodelshausen, mehr Kühe als Einwohner aufzuweisen hat - dafür aber eine schönere Landschaft. Morgens um zwei Uhr gings dann los in den Fluss für die ersten vier wackeren Kanuer (?). Das Gras war voller Frost, unser Atem produzierte Wolken, das Wasser war eiskalt, die Temperatur bei etwas über dem Gefrierpunkt. Ich war froh, nicht in völliger Dunkelheit paddeln zu müssen...
Als die Kanuer in der Dunkelheit verschwunden waren, machten wir uns auf den Weg. Eines der Autos fuhr Checkpoints ab, das andere fuhr direkt zum crew-change-point. Die Checkpoints, das waren auf einer Karte markierte Stellen nahe des Flusses, von dem aus Sichtkontakt mit den Kanus hergestellt werden sollte, was circa alle zwei Stunden stattfand. Das Checkpoint-Auto fuhr also immer zwanzig bis vierzig Minuten zu einem Checkpoint und wartete dann auf die wackeren Bezwinger des Flusses. Außerdem hatten wir Radios, die allerdings nur eineinhalb Meilen Reichweite hatten - also großteils unnütz waren. Also gingen wir dazu über, Mobiltelefone in Plastiktüten mit in die Kanus zu nehmen, für den Fall der Fälle.
Die erste Strecke, gepaddelt von Eric, Sollie, May und Niddhin, war dann auch gleich die schwerste. Dunkelheit, enger Flussabschnitt, Gefahr von umgestürzten Bäumen im Fluss. Wenn man auf die drauffährt, ist Kippen beinahe unumgänglich. Und das wäre kalt geworden... zu allem Überfluss sind die vier dann auch noch in nen hartnäckigen Nebel reingefahren, der verhindert hat, dass sie außer einem romantischen und strenenbedeckten Nachthimmel irgendetwas sehen konnten. Das kann dann schon mal unheimlich sein. Aber sie haben es geschafft.
Nach viereinhalb bis sechs Stunden, abhängig von der Fitness der Crew und der Geschwindigkeit des Flusses, gab es einen Wechseln. Die vier Paddler wurden zu vier Schläfern, die vier Schläfer wurden zu vier Fahrern und die vier Fahrer wurden zu vier Paddlern. Monika, eine alte Freundin unseres Leaders Eric, war verantworlich für das Versorgungsauto und wartete bei jedem Crew-change mit Chili, Tamales, Pfannkuchen, Rührei, Früchten (Erdbeeren, Äpfeln, Bananananananen), heißem Tee, Bagels, Erdnussbutter, Kaffee und und und auf - GEPRIESEN UND GELOBET SEI SIE! Nach einer fünfeinhalbstündigen Schicht hast du Hunger!
In meiner ersten Schicht war ich mit Stephanie im Boot (man beachte die kreative Idee...), das andere Boot war mit Teuta und Jakob besetzt. Wir hatten eine dankbare erste Schicht - sie begann um ca. acht Uhr morgens - wir hatten eine wunderschöne Tour inklusive Sonne, einem recht flotten Flussabschnitt und den schneebedeckten White Mountains in der Ferne. Sehr atmosphärisch war außerdem ein Flussabschnitt, dessen Riverbank (hab das deutsche Wort vergessen) mit Autos aus den 30er bis 50er Jahren übersäht war. Was das sollte, weiß auch kein Mensch, zumindest nicht wir, was aber der Atmosphäre keine Abbruch tat. Super Sache.
Steph hatte dann während unserer ersten Schicht ihren Ellbogen irgendwie fragmenturierkaputtet, weshalb mich Monika in der zweiten Schicht begleiten sollte. Das wurde dann aber nix, weil uns das Gas ausging, somit auf neues Gas gewartet werden musste und Monika damit zu lange mit der Nahrungsmittelproduktion beschäftigt war, als dass sie mit mir um sieben Uhr morgens ins Kanu hätte steigen können. Also sprang Teuta ein, die zu diesem Zeitpunkt als einziges Teammitglied zwei Schlafschichten auf dem Buckel hatte. Eine zweite Tagesschicht später war ich dann am Ende und sprang in den Fluss. Geschätzte zwei bis fünf Grad Eiswasser. Zum Glück scheinte die Sonne.
Sonstige Highlights? Mit Steph und May das erste homosexuelle Paar Mädels, das ich persönlich kennen lernen durfte, was sehr interessant war, weil ich mit Steph während einer unserer Fahrerschichten ausgiebig über ihre Probleme mit ihrer Familie und der Gesellschaft im allgemeinen gesprochen habe.
Außerdem waren wir in einem Ort namens Guildhall in einem Gebäude namens Öffentliche Bibliothek auf der Toilette, wobei sich herausstellte, dass die sogenannte "Bibliothek" in Wahrheit eine Kultstätte der sogenannten "Masons" (Steinmetze) ist - einer mysteriösen und pseudogeheimen Arbeitergemeinschaft, deren Geschichte bis zur Gründung der USA zurückreicht und die allerhand seltsame Traditionen pflegen. Teuta und ich gingen ein wenig durch das leere Gebäude und fanden einen Thronsaal mit Empore, mehreren verziehrten Stühlen, einem Altar mit Bibel in der Mitte des Raumes und einem Pendel, das fünf Meter von der Decke herabhing und über der Bibel schwebte. Außerdem überall Fahnen und Pyramiden und Augensymbole... und als ich ein Buch öffnete und zu lesen begann, stand auf jeder Seite erstmal die Widmung "Dear worshipful Master", was einen befremdlichen Eindruck bei mir und Teuta hinterließ - wir verließen das Gebäude, das uns plötzlich vorkam wie eines jener Häuser, in welchen es geradezu notwendig erscheint, dass im Keller Menschen gefesselt an der Wand hängen und du irgendeine Tür öffnest und plötzlich ein Typ mit unterlaufenen Augen und einer rotierenden Kettensäge in der Hand vor dir steht und dich fragt: "How are u doing?".
Wir also nix wie raus (vorher noch ein paar Fotos gemacht).
So, das war erstmal ein kleiner Überblick. Nächstes Wochenende findet ein kleines Nachtreffen und Barbecue statt, bei dem ich Bilder bekomme. Ich werd dann ein paar hier reinstellen. Bis dahin gibts ja facebook.
Ich sitz gerade in Amherst Coffee, hatte einen Bagel mit Hummus, Tomaten, Zwiebeln und Salat zum Frühstück (bei Bruegger's Bagels) und schlürfe meinen Cappuccino und mein Fizzy-Lizzy-Grapefruit-Organic-Säftchen. Und jetzt gehts ans arbeiten. Das nächste Abenteuer wartet hinter einem Berg aus Papers, Büchern und meiner Tastatur.
Cheers.
Freitag gings los. Zwei gemietete EnterpriseVans mit Matraze hinten drinnen und nem Kanu auf dem Dach. Die Teams waren schnell verteilt. Dann hoch zur kanadischen Grenze in den schönen Staat Vermont, der, ähnlich der Gemeinde Bodelshausen, mehr Kühe als Einwohner aufzuweisen hat - dafür aber eine schönere Landschaft. Morgens um zwei Uhr gings dann los in den Fluss für die ersten vier wackeren Kanuer (?). Das Gras war voller Frost, unser Atem produzierte Wolken, das Wasser war eiskalt, die Temperatur bei etwas über dem Gefrierpunkt. Ich war froh, nicht in völliger Dunkelheit paddeln zu müssen...
Als die Kanuer in der Dunkelheit verschwunden waren, machten wir uns auf den Weg. Eines der Autos fuhr Checkpoints ab, das andere fuhr direkt zum crew-change-point. Die Checkpoints, das waren auf einer Karte markierte Stellen nahe des Flusses, von dem aus Sichtkontakt mit den Kanus hergestellt werden sollte, was circa alle zwei Stunden stattfand. Das Checkpoint-Auto fuhr also immer zwanzig bis vierzig Minuten zu einem Checkpoint und wartete dann auf die wackeren Bezwinger des Flusses. Außerdem hatten wir Radios, die allerdings nur eineinhalb Meilen Reichweite hatten - also großteils unnütz waren. Also gingen wir dazu über, Mobiltelefone in Plastiktüten mit in die Kanus zu nehmen, für den Fall der Fälle.
Die erste Strecke, gepaddelt von Eric, Sollie, May und Niddhin, war dann auch gleich die schwerste. Dunkelheit, enger Flussabschnitt, Gefahr von umgestürzten Bäumen im Fluss. Wenn man auf die drauffährt, ist Kippen beinahe unumgänglich. Und das wäre kalt geworden... zu allem Überfluss sind die vier dann auch noch in nen hartnäckigen Nebel reingefahren, der verhindert hat, dass sie außer einem romantischen und strenenbedeckten Nachthimmel irgendetwas sehen konnten. Das kann dann schon mal unheimlich sein. Aber sie haben es geschafft.
Nach viereinhalb bis sechs Stunden, abhängig von der Fitness der Crew und der Geschwindigkeit des Flusses, gab es einen Wechseln. Die vier Paddler wurden zu vier Schläfern, die vier Schläfer wurden zu vier Fahrern und die vier Fahrer wurden zu vier Paddlern. Monika, eine alte Freundin unseres Leaders Eric, war verantworlich für das Versorgungsauto und wartete bei jedem Crew-change mit Chili, Tamales, Pfannkuchen, Rührei, Früchten (Erdbeeren, Äpfeln, Bananananananen), heißem Tee, Bagels, Erdnussbutter, Kaffee und und und auf - GEPRIESEN UND GELOBET SEI SIE! Nach einer fünfeinhalbstündigen Schicht hast du Hunger!
In meiner ersten Schicht war ich mit Stephanie im Boot (man beachte die kreative Idee...), das andere Boot war mit Teuta und Jakob besetzt. Wir hatten eine dankbare erste Schicht - sie begann um ca. acht Uhr morgens - wir hatten eine wunderschöne Tour inklusive Sonne, einem recht flotten Flussabschnitt und den schneebedeckten White Mountains in der Ferne. Sehr atmosphärisch war außerdem ein Flussabschnitt, dessen Riverbank (hab das deutsche Wort vergessen) mit Autos aus den 30er bis 50er Jahren übersäht war. Was das sollte, weiß auch kein Mensch, zumindest nicht wir, was aber der Atmosphäre keine Abbruch tat. Super Sache.
Steph hatte dann während unserer ersten Schicht ihren Ellbogen irgendwie fragmenturierkaputtet, weshalb mich Monika in der zweiten Schicht begleiten sollte. Das wurde dann aber nix, weil uns das Gas ausging, somit auf neues Gas gewartet werden musste und Monika damit zu lange mit der Nahrungsmittelproduktion beschäftigt war, als dass sie mit mir um sieben Uhr morgens ins Kanu hätte steigen können. Also sprang Teuta ein, die zu diesem Zeitpunkt als einziges Teammitglied zwei Schlafschichten auf dem Buckel hatte. Eine zweite Tagesschicht später war ich dann am Ende und sprang in den Fluss. Geschätzte zwei bis fünf Grad Eiswasser. Zum Glück scheinte die Sonne.
Sonstige Highlights? Mit Steph und May das erste homosexuelle Paar Mädels, das ich persönlich kennen lernen durfte, was sehr interessant war, weil ich mit Steph während einer unserer Fahrerschichten ausgiebig über ihre Probleme mit ihrer Familie und der Gesellschaft im allgemeinen gesprochen habe.
Außerdem waren wir in einem Ort namens Guildhall in einem Gebäude namens Öffentliche Bibliothek auf der Toilette, wobei sich herausstellte, dass die sogenannte "Bibliothek" in Wahrheit eine Kultstätte der sogenannten "Masons" (Steinmetze) ist - einer mysteriösen und pseudogeheimen Arbeitergemeinschaft, deren Geschichte bis zur Gründung der USA zurückreicht und die allerhand seltsame Traditionen pflegen. Teuta und ich gingen ein wenig durch das leere Gebäude und fanden einen Thronsaal mit Empore, mehreren verziehrten Stühlen, einem Altar mit Bibel in der Mitte des Raumes und einem Pendel, das fünf Meter von der Decke herabhing und über der Bibel schwebte. Außerdem überall Fahnen und Pyramiden und Augensymbole... und als ich ein Buch öffnete und zu lesen begann, stand auf jeder Seite erstmal die Widmung "Dear worshipful Master", was einen befremdlichen Eindruck bei mir und Teuta hinterließ - wir verließen das Gebäude, das uns plötzlich vorkam wie eines jener Häuser, in welchen es geradezu notwendig erscheint, dass im Keller Menschen gefesselt an der Wand hängen und du irgendeine Tür öffnest und plötzlich ein Typ mit unterlaufenen Augen und einer rotierenden Kettensäge in der Hand vor dir steht und dich fragt: "How are u doing?".
Wir also nix wie raus (vorher noch ein paar Fotos gemacht).
So, das war erstmal ein kleiner Überblick. Nächstes Wochenende findet ein kleines Nachtreffen und Barbecue statt, bei dem ich Bilder bekomme. Ich werd dann ein paar hier reinstellen. Bis dahin gibts ja facebook.
Ich sitz gerade in Amherst Coffee, hatte einen Bagel mit Hummus, Tomaten, Zwiebeln und Salat zum Frühstück (bei Bruegger's Bagels) und schlürfe meinen Cappuccino und mein Fizzy-Lizzy-Grapefruit-Organic-Säftchen. Und jetzt gehts ans arbeiten. Das nächste Abenteuer wartet hinter einem Berg aus Papers, Büchern und meiner Tastatur.
Cheers.
Montag, 26. April 2010
Gottschlich im Diskurs
Situation: Es ist herausgekommen, dass ein Lehrer des Tuebinger Wildermuth-Gymnasiums Leserbriefe in einer rechtsnahen Zeitung veroeffentlicht hat. Hier eine Diskussion, die ich mit dem Daniel gerade eben gefuehrt habe:
[26.04.10 17:07:15] Daniel Bischof: Gottschlich
[26.04.10 17:07:18] Daniel Bischof: mitbekommen??!?!?
[26.04.10 17:07:34] noa: nein
[26.04.10 17:07:38] Daniel Bischof: alter
[26.04.10 17:07:40] noa: wa da los?
[26.04.10 17:07:40] Daniel Bischof: mom
[26.04.10 17:08:02] Daniel Bischof: http://aktauwetter.blogsport.de/
[26.04.10 17:08:06] Daniel Bischof: les und sei entsetzt
[26.04.10 17:09:41] Daniel Bischof: eben mit deiner schwester gechattet
[26.04.10 17:09:46] Daniel Bischof: die bullen waren heute in der schule
[26.04.10 17:09:52] Daniel Bischof: weil überall flugblätter lagen
[26.04.10 17:09:58] Daniel Bischof: mit diesen tollen Aussagen
[26.04.10 17:10:06] Daniel Bischof: des Herrn Dr. Gottschlichs
[26.04.10 17:10:38] noa: krass
[26.04.10 17:10:47] noa: werd mal mit ihr quatschen
[26.04.10 17:10:53] Daniel Bischof: sehr böse die sache
[26.04.10 17:11:05] Daniel Bischof: sie hält mich glücklicherweise auf dem laufenden
[26.04.10 17:11:11] Daniel Bischof: sowas geht als beamter nich
[26.04.10 17:11:18] Daniel Bischof: dem sein kopf wird rollen
[26.04.10 17:14:25] noa: krasse sache
[26.04.10 17:14:38] noa: den Tag der Niederlage anstatt den Tag der Befreiung
[26.04.10 17:14:38] noa: ?
[26.04.10 17:14:43] noa: das geht nicht
[26.04.10 17:14:45] Daniel Bischof: das is wahnsinn
[26.04.10 17:14:51] Daniel Bischof: das mit dem eisernen kreuz und so
[26.04.10 17:14:58] Daniel Bischof: kann man noch durchgehen lassen
[26.04.10 17:15:01] Daniel Bischof: aber das
[26.04.10 17:15:03] noa: naja
[26.04.10 17:15:11] noa: fast alles, was ich bislang gelesen habe
[26.04.10 17:15:16] noa: kann man durchgehen lassen
[26.04.10 17:15:22] noa: solange er es nicht den Kindern beibringt
[26.04.10 17:15:26] Daniel Bischof: tag der niederlage geht nich
[26.04.10 17:15:29] Daniel Bischof: nene
[26.04.10 17:15:31] noa: er hat ein Recht auf ein politisches Privatleben
[26.04.10 17:15:34] Daniel Bischof: das geht als beamter nich
[26.04.10 17:15:40] Daniel Bischof: ne hat er eben nich
[26.04.10 17:15:46] Daniel Bischof: schau mal deinen hiwi vertrag an
[26.04.10 17:15:50] Daniel Bischof: wirst dich wundern
[26.04.10 17:15:51] noa: nicht?
[26.04.10 17:15:54] noa: was steht da?
[26.04.10 17:16:05] noa: ich darf doch als Lehrer politisch aktiv sein
[26.04.10 17:16:11] Daniel Bischof: du darfst weder vorbestraft, noch einer verbotenen PArtei angehören
[26.04.10 17:16:19] noa: ich muss das nur trennen vom unterricht
[26.04.10 17:16:30] noa: selbst wenn er der NPD angehoert
[26.04.10 17:16:34] noa: die is nicht verboten
[26.04.10 17:16:52] Daniel Bischof: ich weiß nich wie das en detail bei einem lehrer is
[26.04.10 17:16:55] Daniel Bischof: ich habe gelernt
[26.04.10 17:16:57] Daniel Bischof: in verwaltung
[26.04.10 17:17:00] noa: nachdem was ich gelesen habe:
[26.04.10 17:17:06] Daniel Bischof: ,dass ein Beamter immer als der Staat agiert
[26.04.10 17:17:07] noa: ist mein fazit
[26.04.10 17:17:08] Daniel Bischof: ergo
[26.04.10 17:17:24] Daniel Bischof: wenn er sowas schreibt, schreibt er hier nicht nur als private Person
[26.04.10 17:17:42] noa: der Mann hat ein Recht auf politische Meinungsaesserung, solange er das nicht im unterricht tut
[26.04.10 17:18:07] Daniel Bischof: eben das is bei einem beamten, meines bisherigen Kenntnisstandes, nicht so einfach!
[26.04.10 17:18:17] noa: dann brauchen wir da mehr infos
[26.04.10 17:18:22] Daniel Bischof: brauchen wir
[26.04.10 17:18:25] Daniel Bischof: so viel is sicher
[26.04.10 17:18:34] Daniel Bischof: aber das is mir wurscht
[26.04.10 17:18:40] noa: aber unser Ideal auf freie Meinungsausserung duerfen wir nicht einfach aufgeben, weil jemand was rechtes sagt
[26.04.10 17:18:41] Daniel Bischof: so jmd darf nich unterrichten
[26.04.10 17:18:46] Daniel Bischof: nene
[26.04.10 17:18:54] Daniel Bischof: das sind nich nut äußerungen
[26.04.10 17:19:05] Daniel Bischof: von niederlage zu reden und dergleichen
[26.04.10 17:19:11] Daniel Bischof: das geht übers ziel hinaus
[26.04.10 17:19:17] noa: wenn die Winkelhofer morgen in ner Zeitung nen sozialistischen Leserbrief schreibt, sagt niemand was
[26.04.10 17:19:23] Daniel Bischof: ich würde mein kind von der schule nehmen, wenn eder bleibt
[26.04.10 17:19:25] noa: ja, das mit der Niederlage ist bedenklich
[26.04.10 17:19:33] noa: aber solange er das nicht im Unterricht tut
[26.04.10 17:19:40] noa: kann ihm da kein Strick draus gedreht werden
[26.04.10 17:19:53] noa: NEIN, das WAERE HOCHGRADIG UNDEMOKRATISCH!
[26.04.10 17:19:53] Daniel Bischof: da muss man der schule einen strick draus drehen
[26.04.10 17:20:10] Daniel Bischof: wenn ich mein kind von der schule nehme?
[26.04.10 17:20:12] noa: STRONGLY DISAGREE
[26.04.10 17:20:15] noa: JA!
[26.04.10 17:20:19] Daniel Bischof: lol
[26.04.10 17:20:19] noa: das darfst du nicht machen!
[26.04.10 17:20:23] Daniel Bischof: oh doch
[26.04.10 17:20:29] Daniel Bischof: ich bin ein freier mensch
[26.04.10 17:20:39] Daniel Bischof: mit sowas soll mein kind in keinster weise in berührung kommen
[26.04.10 17:20:52] noa: da wuerd ich sagen, du hast nicht verstanden, was Demokratie und das Recht auf freie Meinung ist, wenn du da dein Kind von der Schule nimmst
[26.04.10 17:21:00] Daniel Bischof: habe ich sehr wohl
[26.04.10 17:21:10] noa: mit sowas soll mein Kind in Beruehrung kommen und verstehen, warum es schlecht ist
[26.04.10 17:21:15] Daniel Bischof: mein freies recht ist, mein Kind keinem Nazi vorzusetzen
[26.04.10 17:21:23] Daniel Bischof: nicht in jedem alter
[26.04.10 17:21:27] Daniel Bischof: in der 5. klasse doch nich
[26.04.10 17:21:37] noa: du hast zu wenig Infos, um ihn als Nazi zu bezeichnen
[26.04.10 17:21:45] Daniel Bischof: also bitte
[26.04.10 17:21:45] noa: wie gesagt
[26.04.10 17:21:52] Daniel Bischof: Nazi is er eindeutig
[26.04.10 17:21:55] noa: er hat das alles nicht im Unterricht gesagt!!!
[26.04.10 17:21:56] Daniel Bischof: der is nationalsozialist
[26.04.10 17:21:57] noa: WICHTIG
[26.04.10 17:22:00] Daniel Bischof: les doch was da steht
[26.04.10 17:22:06] Daniel Bischof: das is mir bewust
[26.04.10 17:22:12] Daniel Bischof: macht es für mich aber nich besser
[26.04.10 17:22:15] noa: das ist egal, was da steht, solange es legal ist
[26.04.10 17:22:29] noa: und legal ist, seine Meinung zu sagen
[26.04.10 17:22:31] Daniel Bischof: so einfach mache ich mir das nich
[26.04.10 17:22:40] Daniel Bischof: nur weil es legal is, muss es doch noch lang nich richtig sein
[26.04.10 17:22:47] Daniel Bischof: der redet hier von Niederlage
[26.04.10 17:22:53] Daniel Bischof: und hetzt gegen Juden
[26.04.10 17:22:57] Daniel Bischof: unterm strich
[26.04.10 17:23:00] noa: ja, deshalb isser auch ein ****
[26.04.10 17:23:12] Daniel Bischof: und mein kind soll nich vor dem seine flinte kommen
[26.04.10 17:23:15] noa: aber das heisst nicht, dass er ein schlechter Lehrer ist
[26.04.10 17:23:15] Daniel Bischof: definitiv nich
[26.04.10 17:23:22] Daniel Bischof: darum geht es doch nich
[26.04.10 17:23:43] Daniel Bischof: es geht doch darum, wer garantiert mir als Elternteil, dass dem in Unterricht nicht auch mal was rausrutscht.
[26.04.10 17:24:00] noa: es geht darum, dass hier dazu aufgefordert wird, einem Menschen seine Lebensgrundlage zu entziehen, weil er eine politische Meinung hat
[26.04.10 17:24:03] Daniel Bischof: ich würde fast soweit gehen und behaupten, man muss überprüfen, ob der mann ausländer nachteilig benotet hat
[26.04.10 17:24:23] noa: alter
[26.04.10 17:24:28] noa: jetzt mach mal langsam
[26.04.10 17:24:36] Daniel Bischof: kann man erheben
[26.04.10 17:24:40] Daniel Bischof: da sehe ich rot
[26.04.10 17:24:43] noa: koenntest du bitte darauf reagieren, was ich sage
[26.04.10 17:24:45] noa: ?
[26.04.10 17:24:56] Daniel Bischof: jemand der so unreflektiert über geschichte und politik schreibt
[26.04.10 17:24:56] noa: es geht darum, dass hier dazu aufgefordert wird, einem Menschen seine Lebensgrundlage zu entziehen, weil er eine politische Meinung ha
[26.04.10 17:24:59] Daniel Bischof: ja wenn du das auch tust
[26.04.10 17:25:02] Daniel Bischof: dann mache ich das gerne
[26.04.10 17:25:09] noa: ich versuche es
[26.04.10 17:25:14] noa: nur springst du so sehr hin und her
[26.04.10 17:25:16] Daniel Bischof: also du springst hier wieder
[26.04.10 17:25:20] noa: dass das etwas schwierig ist
[26.04.10 17:25:22] Daniel Bischof: lol
[26.04.10 17:25:29] noa: also:
[26.04.10 17:25:38] noa: die flyer der schueler gehen zu weit
[26.04.10 17:25:41] Daniel Bischof: kann ich mal hier meine punkte ausführen?
[26.04.10 17:25:46] noa: bitte
[26.04.10 17:25:46] Daniel Bischof: sowieso
[26.04.10 17:25:51] Daniel Bischof: das is verleumdung
[26.04.10 17:25:54] Daniel Bischof: was die da machen
[26.04.10 17:26:00] Daniel Bischof: Sexist
[26.04.10 17:26:01] Daniel Bischof: rechts
[26.04.10 17:26:12] Daniel Bischof: alles böse wird dem da ohne hintergrund zugeordnet
[26.04.10 17:26:18] Daniel Bischof: da sind wir d'accord
[26.04.10 17:27:29] Daniel Bischof: mein punkt ist: ich als Individuum wollte, wenn ich kinder hätte, nicht, dass die Wahrscheinlichkeit bestünde, dass dieser Mann an einem schlechten Tag gegenüber meinem Sohn rechte Sprüche rausrutschen.
[26.04.10 17:27:39] Daniel Bischof: darum nehme ich mein Kind von der schule
[26.04.10 17:27:55] noa: gut
[26.04.10 17:28:05] Daniel Bischof: Laut diesen SChülern soll das ja schon passiert sein
[26.04.10 17:28:15] Daniel Bischof: wobei wir hier keine Erkenntnisgrundlage haben
[26.04.10 17:28:20] Daniel Bischof: da kann alles passiert sein
[26.04.10 17:28:33] noa: Eine Frage: wie willst du verhindern, dass irgendeinem Lehrer jemals was privat politisches rausrutscht?
[26.04.10 17:28:39] Daniel Bischof: also
[26.04.10 17:28:45] Daniel Bischof: wir differenzieren da mal
[26.04.10 17:29:19] Daniel Bischof: Es ist aus Prinzip ein Unterschied, ob ihm etwas politisches rausrutscht oder er einen ismus betreibt. (Rassismus/Sexismus etc.)
[26.04.10 17:29:48] noa: okay
[26.04.10 17:30:00] Daniel Bischof: wenn dieser fall eintreten sollte, muss der Lehrer für mich weg.
[26.04.10 17:30:06] Daniel Bischof: da kenne ich nix
[26.04.10 17:30:12] noa: (y(
[26.04.10 17:30:16] noa: (y)
[26.04.10 17:30:25] Daniel Bischof: hier liegt der Unterschied klar auf der Hand: das macht er privat
[26.04.10 17:30:31] Daniel Bischof: da sind wir uns auch einig
[26.04.10 17:30:37] noa: nein, das ist einfach verfassungswidrig
[26.04.10 17:30:45] noa: und verstoesst gegen seinen Eid als Lehrer
[26.04.10 17:30:55] noa: wenn er es im Unterricht macht
[26.04.10 17:31:00] Daniel Bischof: eben
[26.04.10 17:31:28] Daniel Bischof: nun is die frage, die wir beide nich beantworten können, wie is die rechtliche Grundlage bei einem Beamten im Privatleben.
[26.04.10 17:31:53] noa: richtig
[26.04.10 17:32:01] Daniel Bischof: so da hackt's bei beiden
[26.04.10 17:32:09] Daniel Bischof: nun können wir über den idealfall diskutieren
[26.04.10 17:32:14] Daniel Bischof: was passsieren sollte
[26.04.10 17:32:15] Daniel Bischof: wollen wir das?
[26.04.10 17:32:17] noa: Da die politische Meinungsaeusserung aber zu unseren Grundrechten gehoert, wuerde ich sagen, dass ein Lehrer die auch hat
[26.04.10 17:32:25] Daniel Bischof: so
[26.04.10 17:32:29] noa: privat
[26.04.10 17:32:34] noa: NICHT im Unterricht
[26.04.10 17:32:53] Daniel Bischof: politsche Meinungsäußerung privater Natur umschließt die bei einem Beamten -ismen in Zeitungsartikeln?
[26.04.10 17:33:10] noa: gute Frage
[26.04.10 17:33:23] Daniel Bischof: der sagt das ja nich an einem stammtisch
[26.04.10 17:33:29] Daniel Bischof: sondern in einem medium
[26.04.10 17:33:34] Daniel Bischof: ,dass auch der schüler liest
[26.04.10 17:33:35] noa: ich wuerde sagen: alles, was er nicht in seinem Leben als Lehrer macht, macht er privat
[26.04.10 17:33:47] Daniel Bischof: so und da bin ich mit dir nich ganz einig
[26.04.10 17:33:51] noa: dass der Schueler die Zeitung liest, kann kein Kriterium sein
[26.04.10 17:34:09] Daniel Bischof: also könnte er in der tagesschau stehen und heil hilter schreien?
[26.04.10 17:34:18] Daniel Bischof: (ich weiß, dass er das nich darf)
[26.04.10 17:34:21] Daniel Bischof: is ein beispiel
[26.04.10 17:34:23] noa: Nein, das waere Verfassungswidrig
[26.04.10 17:34:26] noa: hehe
[26.04.10 17:34:29] Daniel Bischof: lol
[26.04.10 17:34:35] noa: er darf aber in der Tagesscahu sagen, dass
[26.04.10 17:34:49] noa: er weniger Auslaender zuwandern lassen will und nur noch die Experten
[26.04.10 17:34:55] noa: da gibts nichts dagegen einzuwenden
[26.04.10 17:34:59] Daniel Bischof: ne
[26.04.10 17:35:00] noa: auch wenn der Schueler das sieht
[26.04.10 17:35:09] Daniel Bischof: nehmen wir mal die niederlage
[26.04.10 17:35:11] noa: wuerde ich sagen
[26.04.10 17:35:10] Daniel Bischof: was is damit
[26.04.10 17:35:22] noa: naja, da wuerde ich sagen:
[26.04.10 17:35:34] noa: der Typ ist ein Arschloch und Vollidiot
[26.04.10 17:36:02] noa: das nimmt ihm aber GENAU SOLANGE nicht das Recht darauf, Kinder zu unterrichten, wie das NICHT IM UNTERRICHT kund tut, also in seiner Rolle als Lehrer
[26.04.10 17:36:24] noa: privat hat er ein Recht auf Geschichtsinterpretation, die noch keine Volksverhetzung ist
[26.04.10 17:36:50] Daniel Bischof: ja und da sehe ich das einfach anders. Wenn er etwas schreibt, pupliziert er. Das heißt er tut zwar privat was kund, will dies aber bewusst der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und da sehe ich bei einem Beamten ein Problem.
[26.04.10 17:36:58] noa: also: solange er privat legal bleibt und im Unterricht unpolitisch, ist alles okay
[26.04.10 17:37:19] noa: ja, da haben wir den Punkt, an dem wir uneinig sind
[26.04.10 17:37:30] Daniel Bischof: siehste
[26.04.10 17:37:46] Daniel Bischof: es geht um den Fakt, dass er Beamter is
[26.04.10 17:37:52] Daniel Bischof: frei nach Weber ist er der Staat
[26.04.10 17:37:55] noa: Ich wuerde sagen: Es kann nicht sein, dass ein Beamter nicht die Moeglichkeit hat, einen politischen Leserbrief zu schreiben
[26.04.10 17:37:59] noa: neuer Punkt:
[26.04.10 17:38:20] Daniel Bischof: ja?
[26.04.10 17:38:56] noa: ich weiss nicht, inwiefern er der Staat ist, aber eines ist wichtig: wenn ein Lehrer nen politischen Leserbrief schreibt, in dem er seine Sympathie fuer die SPD zum Besten gibt, waere es in Ordnung oder? (deiner Logik folgend, waere es NICHT in Ordnung)
[26.04.10 17:39:10] Daniel Bischof: das is doch kein ismus
[26.04.10 17:39:16] Daniel Bischof: das hatten wir doch geklärt
[26.04.10 17:39:19] Daniel Bischof: ganz zu beginn
[26.04.10 17:39:26] noa: das mit der Niederlage ist auch kein ismus
[26.04.10 17:39:30] Daniel Bischof: der kann die npd toll finden wie er will
[26.04.10 17:39:35] Daniel Bischof: aber judenhetzerei
[26.04.10 17:39:37] Daniel Bischof: eindeutig
[26.04.10 17:39:42] noa: warte warte
[26.04.10 17:40:05] noa: Darf ein Lehrer einen politischen Leserbrief ueber die SPD schreiben?
[26.04.10 17:40:08] noa: ja oder nein?
[26.04.10 17:40:37] noa: Oder anders: soll er deiner Meinung nach schreiben duerfen?
[26.04.10 17:40:42] noa: (den brief)
[26.04.10 17:41:00] Daniel Bischof: darf er, darf er auch über npd. Er darf es nich, wenn er klar Thesen formuliert die außerhalb der Verfassung liegen bzw. damit kollidieren
[26.04.10 17:41:15] noa: Genau
[26.04.10 17:41:39] noa: hier mein Fazit von vor 5 minuten:
[26.04.10 17:41:40] noa: also: solange er privat legal bleibt und im Unterricht unpolitisch, ist alles okay
[26.04.10 17:42:03] noa: zu deinem Punkt der Judenverhetzung:
[26.04.10 17:42:09] Daniel Bischof: halt
[26.04.10 17:42:13] noa: okay
[26.04.10 17:42:13] Daniel Bischof: meine these bleibt
[26.04.10 17:42:30] Daniel Bischof: über ein medium zu agieren, sehe ich nich als bloße private Äußerung an.
[26.04.10 17:42:37] Daniel Bischof: das kann ich als politologe einfach nich
[26.04.10 17:43:28] Daniel Bischof: wenn das so wäre, wären viele unserer Basisannahmen grundlegend falsch.
[26.04.10 17:43:33] noa: Dann widersprichst du dir selbst. Gerade hast du gesagt, dass Lehrer ueber die SPD und die NPD als Privatperson veroeffentlichen darf.
[26.04.10 17:44:20] Daniel Bischof: ja aber doch keine Äßerungen über "Niederlage" wo keine war, oder eine gewisse Judenhetze.
[26.04.10 17:44:23] Daniel Bischof: darum gehts doch
[26.04.10 17:44:32] noa: okay
[26.04.10 17:44:41] noa: du wuerdest also dem Folgenden zustimmen:
[26.04.10 17:45:09] noa: Grundsaetzlich darf ein Lehrer als Privatperson politische Leserbriefe veroeffentlichen.
[26.04.10 17:45:15] Daniel Bischof: ja
[26.04.10 17:45:34] noa: Ausnahme: illegale Aeusserungen wie Volksverhetzung oder Judenschimpfe
[26.04.10 17:45:49] noa: alles Illegale darf er nicht veroeffentlichen
[26.04.10 17:46:03] Daniel Bischof: ja das is ein problem
[26.04.10 17:46:06] Daniel Bischof: das is eine grauzone
[26.04.10 17:46:15] noa: jetzt sind wir an einem anderen Punkt: ist das, was er sagt, illegal oder nicht?
[26.04.10 17:46:15] Daniel Bischof: und muss von fall zu fall entschieden werden
[26.04.10 17:46:17] noa: genau
[26.04.10 17:46:22] noa: klar ist:
[26.04.10 17:46:24] Daniel Bischof: ja eben
[26.04.10 17:46:44] noa: im Unterricht ist es in jedem Fall falsch, private politische Auesserungen jeder Art kund zu tun
[26.04.10 17:47:25] Daniel Bischof: ja klar
[26.04.10 17:47:27] noa: jetzt geht es darum: macht Gottschlich etwas Illegales, wenn er diese Inhalte als Privatperson, nicht als Lehrer, veroeffentlicht?
[26.04.10 17:47:39] Daniel Bischof: so pass auf
[26.04.10 17:47:45] Daniel Bischof: der empirisch aspekt daran
[26.04.10 17:47:52] Daniel Bischof: das is nun keine theorie oder philo
[26.04.10 17:48:10] Daniel Bischof: das is empirischer fakt, falls es sowas geben sollte theoretisch.
[26.04.10 17:48:17] Daniel Bischof: medien erziehen menschen mit
[26.04.10 17:48:21] Daniel Bischof: sie machen meinung
[26.04.10 17:48:28] Daniel Bischof: gestalten poltische Einstellungen nachhaltig
[26.04.10 17:48:40] Daniel Bischof: BESONDERS in dem ALter von 15-24
[26.04.10 17:48:57] noa: okay
[26.04.10 17:48:59] Daniel Bischof: das is die Phase wo Menschen politisch "sozialisiert" werden
[26.04.10 17:49:07] noa: da geh ich mit
[26.04.10 17:49:07] Daniel Bischof: sie entscheiden sie für Richtung inder Poltik
[26.04.10 17:49:18] Daniel Bischof: bin ich links, rechts wo stehe ich
[26.04.10 17:49:38] noa: ja, das geht alles klar. Das nehm ich dir ab ohne mit der Wimper zu zucken
[26.04.10 17:49:41] Daniel Bischof: so und diese SChüler lesen diese Scheiße (anders kann ich es nich umschreiben)
[26.04.10 17:49:57] Daniel Bischof: und der ein oder andere hat eine Affinität zum Gottschlich
[26.04.10 17:50:05] noa: jetzt musst du aber argumentativ aufpassen
[26.04.10 17:50:06] Daniel Bischof: ist ihm gegenübner positiv ausgeschlossen
[26.04.10 17:50:21] noa: okay?
[26.04.10 17:50:25] noa: und dann?
[26.04.10 17:50:34] Daniel Bischof: und wir über die Affinität zu dieser Person, auch eine zu der Meinung vom Gottschlich entwickeln, die er da gerade liest.
[26.04.10 17:50:41] Daniel Bischof: das kann ich dir an Datensätzen zeien
[26.04.10 17:50:49] noa: okay
[26.04.10 17:50:50] Daniel Bischof: sofern du mir mit der Statistik glaubst
[26.04.10 17:50:55] noa: geh ich auch mit
[26.04.10 17:51:14] noa: was folgt fuer dich daraus?
[26.04.10 17:51:21] noa: fuer den Gottschlich?
[26.04.10 17:51:25] Daniel Bischof: also
[26.04.10 17:51:30] Daniel Bischof: warte muss tippen
[26.04.10 17:54:20] Daniel Bischof: Letzlich agiert der Gottschlich hier zwar als Privatperson, veröffentlicht aber ein Gedankengut, das auf "dünnem Eis" steht. Das wäre nich weiter schlimm, solange er kein Beamter wär. Als Beamter, hier als Lehrer, hat er zum einen eine Verpflichtugn gegenüber dem Staat, nämlich dessen Verfassung und Institutionen zu akzeptieren und zu tragen und zum anderen gegenüber seinen SChülern, denen er über ein Medium Inhalte kund tut, die eventuelll (hier wissen wir nicht, ob legal oder illegal, bzw. muss von Fall zu Fall entschieden werden) seine Schüler zu politischen Meinung hinzieht.,
[26.04.10 17:54:44] Daniel Bischof: und da is der hacken
[26.04.10 17:54:56] noa: okay
[26.04.10 17:55:08] Daniel Bischof: ich hoffe es war verständlich
[26.04.10 17:55:21] Daniel Bischof: in der kurzen zeit
[26.04.10 17:55:29] noa: Zusammenfassend: solange er im Unterricht unpolitisch und privat legal bleibt, ist alles in Ordnung. Hier waren wir.
[26.04.10 17:55:33] noa: jetzt kommt dein neuer punkt
[26.04.10 17:55:57] noa: der zieht darauf ab, dass Menschen eine persoenliche Affinitaet zu anderen haben und eher dazu tendieren, die Meinungen dieser Menschen zu uebernehmen
[26.04.10 17:56:17] noa: du wuerdest wahrscehinlich sagen, dass ein Lehrer hier besonders prekaer ist, weil er
[26.04.10 17:56:30] noa: besonders viele Kontakte zu jugendlichen der fraglichen Altersklasse hat
[26.04.10 17:56:35] noa: oder?
[26.04.10 17:56:38] Daniel Bischof: darf ich da einhacken?
[26.04.10 17:56:43] noa: jo
[26.04.10 17:56:45] Daniel Bischof: also
[26.04.10 17:56:54] Daniel Bischof: wieder statistisch belegbar
[26.04.10 17:57:04] noa: ja?
[26.04.10 17:57:10] Daniel Bischof: Es gibt sogennante Peer groups
[26.04.10 17:57:21] Daniel Bischof: die wirken auf die polit. Sozialisierung verstärkt
[26.04.10 17:57:23] Daniel Bischof: deine Eltern
[26.04.10 17:57:26] Daniel Bischof: Großeltern
[26.04.10 17:57:27] Daniel Bischof: der Bruder
[26.04.10 17:57:30] Daniel Bischof: die Freund
[26.04.10 17:57:39] noa: okay
[26.04.10 17:57:43] Daniel Bischof: rat mal wer da statistisch unter den Top 5 is?
[26.04.10 17:57:47] Daniel Bischof: deine Lehrer
[26.04.10 17:57:57] noa: okay
[26.04.10 17:58:02] noa: lass mich dir eine Frage stellen:
[26.04.10 17:58:26] Daniel Bischof: immer
[26.04.10 17:58:42] noa: Wo ist das Problem, wenn der Gottschlich einen (legalen) Einfluss auf seine Schueler nimmt, ueber Zeitungsartikel, die er veroeffentlicht?
[26.04.10 17:58:50] Daniel Bischof: so
[26.04.10 17:58:52] Daniel Bischof: da is wieder der hacken
[26.04.10 17:59:04] Daniel Bischof: sind seine äußerungen legal
[26.04.10 17:59:05] Daniel Bischof: oder illegal
[26.04.10 17:59:10] Daniel Bischof: daran hängt sich es auf
[26.04.10 17:59:15] Daniel Bischof: und wird es sich immer aufhängen
[26.04.10 17:59:24] noa: genau
[26.04.10 17:59:27] noa: und deshalb
[26.04.10 17:59:40] Daniel Bischof: und noch was
[26.04.10 17:59:46] Daniel Bischof: zu deiner Kenntnisnahme kurz
[26.04.10 17:59:55] noa: MUSS der Gottschlich Lehrer bleiben, solange nicht geklaert ist, dass er Illegales kundtut (im Zweifel fuer den Angeklagten)
[26.04.10 18:00:01] noa: ja?
[26.04.10 18:00:02] Daniel Bischof: die JF is eine Zeitung die unter der Beobachtung des Verfassungschutzes steht
[26.04.10 18:00:13] Daniel Bischof: das kommt für mich doch noch hinzu
[26.04.10 18:00:19] Daniel Bischof: WO veröffentliche ich
[26.04.10 18:00:28] Daniel Bischof: da sind wir uns einig
[26.04.10 18:00:30] Daniel Bischof: völlig
[26.04.10 18:00:57] noa: okay
[26.04.10 18:01:03] noa: das hat wahscheinlich sein Gruende
[26.04.10 18:01:16] noa: aber nun ein neuer Punkt, auf den ich schon ne geraume Zeit hinauswill
[26.04.10 18:01:16] noa: :
[26.04.10 18:01:25] Daniel Bischof: ja bitte
[26.04.10 18:05:55] Daniel Bischof: puh das wird wohl lang!
[26.04.10 18:05:57] noa: Unsere Demokratie basiert unter anderem auf dem Prinzip der freien Meinungsaeusserung. Dein Kind wird immer verschiedenen Meinungen ausgesetzt sein, das kannst du niemals verhindern. Du kannst auch nicht verhindern, dass dein Kind der politischen Meinung von Peer-Groups ausgesetzt wird (schliesslich bist DU es, der Vater, der es erzieht). Was folgt daraus? Dass wir die Kinder nicht vor diesen Meinungen schuetzen duerfen, sondern sie zu kritischem und aufgeklaerten Denken erziehen muessen. Dazu gehoert, dein Kind NICHT von der Schule zu nehmen, wenn ein Lehrer politische Leserbriefe veroeffentlicht. Und soweit ich das sehe, uebertritt Gottschlich hier keine Verfassungsmaessigen Schranken.
Der Chat ging noch ne Weile weiter. Im folgenden haben wir unterschieden zwischen dem, was der Staat mit Gottschlich machen muss (nix, solange seine Auesserungen legal bleiben und er im Unterricht nichts politisches aeussert) und dem, was wir persoenlich als Menschen damit machen wuerde, wenn wir an unsere Kinder denken. Daniel wuerde sein Kind von der Schule nehmen, Stefan nicht.
Menschen sind halt unterschiedlich, besonders der Stefan und der Daniel. ;-)
Mein Fazit lautet: Die Schülerinititative ist völlig fehl am Platz. Die Forderung der Schüler, Herrn Gottschlich zu kündigen, ist:
1. Unrealistisch, weil ein Beamter nicht einfach gekündigt werden kann, ohne gegen seinen Arbeitsvertrag zu verstoßen. Und solange Herr Gottschlich als Privatperson politische Meinungen äußert und die aus der Schule fern hält, macht er alles richtig.
2. Undemokratisch, weil die Schüler das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht akzeptieren. Auch wenn ich persönlich mit einer rechten Meinung nicht übereinstimme, ist das noch lange kein hinreichender Grund, um diese Meinung zu verbieten, bzw. zu fordern, einen Menschen seiner Lebensgrundlage zu entziehen (den Lehrerberuf), weil er seine politische Meinung privat äußert.
Es geht darum, zu überprüfen, ob Herrn Gottschlichs Aussagen verfassungswidrig sind. Wenn nicht, dann ist alles okay. Wenn doch, dann muss Herr Gottschlich als Verbrecher angeklagt werden und wird seinen Job verlieren. Diese Entscheidung liegt jedoch nicht bei den Schuelern.
Mit ihren Flyern begehen sie selbst eine unsachgemäße Hetzerei.
Stefan Leber
[26.04.10 17:07:15] Daniel Bischof: Gottschlich
[26.04.10 17:07:18] Daniel Bischof: mitbekommen??!?!?
[26.04.10 17:07:34] noa: nein
[26.04.10 17:07:38] Daniel Bischof: alter
[26.04.10 17:07:40] noa: wa da los?
[26.04.10 17:07:40] Daniel Bischof: mom
[26.04.10 17:08:02] Daniel Bischof: http://aktauwetter.blogsport.de/
[26.04.10 17:08:06] Daniel Bischof: les und sei entsetzt
[26.04.10 17:09:41] Daniel Bischof: eben mit deiner schwester gechattet
[26.04.10 17:09:46] Daniel Bischof: die bullen waren heute in der schule
[26.04.10 17:09:52] Daniel Bischof: weil überall flugblätter lagen
[26.04.10 17:09:58] Daniel Bischof: mit diesen tollen Aussagen
[26.04.10 17:10:06] Daniel Bischof: des Herrn Dr. Gottschlichs
[26.04.10 17:10:38] noa: krass
[26.04.10 17:10:47] noa: werd mal mit ihr quatschen
[26.04.10 17:10:53] Daniel Bischof: sehr böse die sache
[26.04.10 17:11:05] Daniel Bischof: sie hält mich glücklicherweise auf dem laufenden
[26.04.10 17:11:11] Daniel Bischof: sowas geht als beamter nich
[26.04.10 17:11:18] Daniel Bischof: dem sein kopf wird rollen
[26.04.10 17:14:25] noa: krasse sache
[26.04.10 17:14:38] noa: den Tag der Niederlage anstatt den Tag der Befreiung
[26.04.10 17:14:38] noa: ?
[26.04.10 17:14:43] noa: das geht nicht
[26.04.10 17:14:45] Daniel Bischof: das is wahnsinn
[26.04.10 17:14:51] Daniel Bischof: das mit dem eisernen kreuz und so
[26.04.10 17:14:58] Daniel Bischof: kann man noch durchgehen lassen
[26.04.10 17:15:01] Daniel Bischof: aber das
[26.04.10 17:15:03] noa: naja
[26.04.10 17:15:11] noa: fast alles, was ich bislang gelesen habe
[26.04.10 17:15:16] noa: kann man durchgehen lassen
[26.04.10 17:15:22] noa: solange er es nicht den Kindern beibringt
[26.04.10 17:15:26] Daniel Bischof: tag der niederlage geht nich
[26.04.10 17:15:29] Daniel Bischof: nene
[26.04.10 17:15:31] noa: er hat ein Recht auf ein politisches Privatleben
[26.04.10 17:15:34] Daniel Bischof: das geht als beamter nich
[26.04.10 17:15:40] Daniel Bischof: ne hat er eben nich
[26.04.10 17:15:46] Daniel Bischof: schau mal deinen hiwi vertrag an
[26.04.10 17:15:50] Daniel Bischof: wirst dich wundern
[26.04.10 17:15:51] noa: nicht?
[26.04.10 17:15:54] noa: was steht da?
[26.04.10 17:16:05] noa: ich darf doch als Lehrer politisch aktiv sein
[26.04.10 17:16:11] Daniel Bischof: du darfst weder vorbestraft, noch einer verbotenen PArtei angehören
[26.04.10 17:16:19] noa: ich muss das nur trennen vom unterricht
[26.04.10 17:16:30] noa: selbst wenn er der NPD angehoert
[26.04.10 17:16:34] noa: die is nicht verboten
[26.04.10 17:16:52] Daniel Bischof: ich weiß nich wie das en detail bei einem lehrer is
[26.04.10 17:16:55] Daniel Bischof: ich habe gelernt
[26.04.10 17:16:57] Daniel Bischof: in verwaltung
[26.04.10 17:17:00] noa: nachdem was ich gelesen habe:
[26.04.10 17:17:06] Daniel Bischof: ,dass ein Beamter immer als der Staat agiert
[26.04.10 17:17:07] noa: ist mein fazit
[26.04.10 17:17:08] Daniel Bischof: ergo
[26.04.10 17:17:24] Daniel Bischof: wenn er sowas schreibt, schreibt er hier nicht nur als private Person
[26.04.10 17:17:42] noa: der Mann hat ein Recht auf politische Meinungsaesserung, solange er das nicht im unterricht tut
[26.04.10 17:18:07] Daniel Bischof: eben das is bei einem beamten, meines bisherigen Kenntnisstandes, nicht so einfach!
[26.04.10 17:18:17] noa: dann brauchen wir da mehr infos
[26.04.10 17:18:22] Daniel Bischof: brauchen wir
[26.04.10 17:18:25] Daniel Bischof: so viel is sicher
[26.04.10 17:18:34] Daniel Bischof: aber das is mir wurscht
[26.04.10 17:18:40] noa: aber unser Ideal auf freie Meinungsausserung duerfen wir nicht einfach aufgeben, weil jemand was rechtes sagt
[26.04.10 17:18:41] Daniel Bischof: so jmd darf nich unterrichten
[26.04.10 17:18:46] Daniel Bischof: nene
[26.04.10 17:18:54] Daniel Bischof: das sind nich nut äußerungen
[26.04.10 17:19:05] Daniel Bischof: von niederlage zu reden und dergleichen
[26.04.10 17:19:11] Daniel Bischof: das geht übers ziel hinaus
[26.04.10 17:19:17] noa: wenn die Winkelhofer morgen in ner Zeitung nen sozialistischen Leserbrief schreibt, sagt niemand was
[26.04.10 17:19:23] Daniel Bischof: ich würde mein kind von der schule nehmen, wenn eder bleibt
[26.04.10 17:19:25] noa: ja, das mit der Niederlage ist bedenklich
[26.04.10 17:19:33] noa: aber solange er das nicht im Unterricht tut
[26.04.10 17:19:40] noa: kann ihm da kein Strick draus gedreht werden
[26.04.10 17:19:53] noa: NEIN, das WAERE HOCHGRADIG UNDEMOKRATISCH!
[26.04.10 17:19:53] Daniel Bischof: da muss man der schule einen strick draus drehen
[26.04.10 17:20:10] Daniel Bischof: wenn ich mein kind von der schule nehme?
[26.04.10 17:20:12] noa: STRONGLY DISAGREE
[26.04.10 17:20:15] noa: JA!
[26.04.10 17:20:19] Daniel Bischof: lol
[26.04.10 17:20:19] noa: das darfst du nicht machen!
[26.04.10 17:20:23] Daniel Bischof: oh doch
[26.04.10 17:20:29] Daniel Bischof: ich bin ein freier mensch
[26.04.10 17:20:39] Daniel Bischof: mit sowas soll mein kind in keinster weise in berührung kommen
[26.04.10 17:20:52] noa: da wuerd ich sagen, du hast nicht verstanden, was Demokratie und das Recht auf freie Meinung ist, wenn du da dein Kind von der Schule nimmst
[26.04.10 17:21:00] Daniel Bischof: habe ich sehr wohl
[26.04.10 17:21:10] noa: mit sowas soll mein Kind in Beruehrung kommen und verstehen, warum es schlecht ist
[26.04.10 17:21:15] Daniel Bischof: mein freies recht ist, mein Kind keinem Nazi vorzusetzen
[26.04.10 17:21:23] Daniel Bischof: nicht in jedem alter
[26.04.10 17:21:27] Daniel Bischof: in der 5. klasse doch nich
[26.04.10 17:21:37] noa: du hast zu wenig Infos, um ihn als Nazi zu bezeichnen
[26.04.10 17:21:45] Daniel Bischof: also bitte
[26.04.10 17:21:45] noa: wie gesagt
[26.04.10 17:21:52] Daniel Bischof: Nazi is er eindeutig
[26.04.10 17:21:55] noa: er hat das alles nicht im Unterricht gesagt!!!
[26.04.10 17:21:56] Daniel Bischof: der is nationalsozialist
[26.04.10 17:21:57] noa: WICHTIG
[26.04.10 17:22:00] Daniel Bischof: les doch was da steht
[26.04.10 17:22:06] Daniel Bischof: das is mir bewust
[26.04.10 17:22:12] Daniel Bischof: macht es für mich aber nich besser
[26.04.10 17:22:15] noa: das ist egal, was da steht, solange es legal ist
[26.04.10 17:22:29] noa: und legal ist, seine Meinung zu sagen
[26.04.10 17:22:31] Daniel Bischof: so einfach mache ich mir das nich
[26.04.10 17:22:40] Daniel Bischof: nur weil es legal is, muss es doch noch lang nich richtig sein
[26.04.10 17:22:47] Daniel Bischof: der redet hier von Niederlage
[26.04.10 17:22:53] Daniel Bischof: und hetzt gegen Juden
[26.04.10 17:22:57] Daniel Bischof: unterm strich
[26.04.10 17:23:00] noa: ja, deshalb isser auch ein ****
[26.04.10 17:23:12] Daniel Bischof: und mein kind soll nich vor dem seine flinte kommen
[26.04.10 17:23:15] noa: aber das heisst nicht, dass er ein schlechter Lehrer ist
[26.04.10 17:23:15] Daniel Bischof: definitiv nich
[26.04.10 17:23:22] Daniel Bischof: darum geht es doch nich
[26.04.10 17:23:43] Daniel Bischof: es geht doch darum, wer garantiert mir als Elternteil, dass dem in Unterricht nicht auch mal was rausrutscht.
[26.04.10 17:24:00] noa: es geht darum, dass hier dazu aufgefordert wird, einem Menschen seine Lebensgrundlage zu entziehen, weil er eine politische Meinung hat
[26.04.10 17:24:03] Daniel Bischof: ich würde fast soweit gehen und behaupten, man muss überprüfen, ob der mann ausländer nachteilig benotet hat
[26.04.10 17:24:23] noa: alter
[26.04.10 17:24:28] noa: jetzt mach mal langsam
[26.04.10 17:24:36] Daniel Bischof: kann man erheben
[26.04.10 17:24:40] Daniel Bischof: da sehe ich rot
[26.04.10 17:24:43] noa: koenntest du bitte darauf reagieren, was ich sage
[26.04.10 17:24:45] noa: ?
[26.04.10 17:24:56] Daniel Bischof: jemand der so unreflektiert über geschichte und politik schreibt
[26.04.10 17:24:56] noa: es geht darum, dass hier dazu aufgefordert wird, einem Menschen seine Lebensgrundlage zu entziehen, weil er eine politische Meinung ha
[26.04.10 17:24:59] Daniel Bischof: ja wenn du das auch tust
[26.04.10 17:25:02] Daniel Bischof: dann mache ich das gerne
[26.04.10 17:25:09] noa: ich versuche es
[26.04.10 17:25:14] noa: nur springst du so sehr hin und her
[26.04.10 17:25:16] Daniel Bischof: also du springst hier wieder
[26.04.10 17:25:20] noa: dass das etwas schwierig ist
[26.04.10 17:25:22] Daniel Bischof: lol
[26.04.10 17:25:29] noa: also:
[26.04.10 17:25:38] noa: die flyer der schueler gehen zu weit
[26.04.10 17:25:41] Daniel Bischof: kann ich mal hier meine punkte ausführen?
[26.04.10 17:25:46] noa: bitte
[26.04.10 17:25:46] Daniel Bischof: sowieso
[26.04.10 17:25:51] Daniel Bischof: das is verleumdung
[26.04.10 17:25:54] Daniel Bischof: was die da machen
[26.04.10 17:26:00] Daniel Bischof: Sexist
[26.04.10 17:26:01] Daniel Bischof: rechts
[26.04.10 17:26:12] Daniel Bischof: alles böse wird dem da ohne hintergrund zugeordnet
[26.04.10 17:26:18] Daniel Bischof: da sind wir d'accord
[26.04.10 17:27:29] Daniel Bischof: mein punkt ist: ich als Individuum wollte, wenn ich kinder hätte, nicht, dass die Wahrscheinlichkeit bestünde, dass dieser Mann an einem schlechten Tag gegenüber meinem Sohn rechte Sprüche rausrutschen.
[26.04.10 17:27:39] Daniel Bischof: darum nehme ich mein Kind von der schule
[26.04.10 17:27:55] noa: gut
[26.04.10 17:28:05] Daniel Bischof: Laut diesen SChülern soll das ja schon passiert sein
[26.04.10 17:28:15] Daniel Bischof: wobei wir hier keine Erkenntnisgrundlage haben
[26.04.10 17:28:20] Daniel Bischof: da kann alles passiert sein
[26.04.10 17:28:33] noa: Eine Frage: wie willst du verhindern, dass irgendeinem Lehrer jemals was privat politisches rausrutscht?
[26.04.10 17:28:39] Daniel Bischof: also
[26.04.10 17:28:45] Daniel Bischof: wir differenzieren da mal
[26.04.10 17:29:19] Daniel Bischof: Es ist aus Prinzip ein Unterschied, ob ihm etwas politisches rausrutscht oder er einen ismus betreibt. (Rassismus/Sexismus etc.)
[26.04.10 17:29:48] noa: okay
[26.04.10 17:30:00] Daniel Bischof: wenn dieser fall eintreten sollte, muss der Lehrer für mich weg.
[26.04.10 17:30:06] Daniel Bischof: da kenne ich nix
[26.04.10 17:30:12] noa: (y(
[26.04.10 17:30:16] noa: (y)
[26.04.10 17:30:25] Daniel Bischof: hier liegt der Unterschied klar auf der Hand: das macht er privat
[26.04.10 17:30:31] Daniel Bischof: da sind wir uns auch einig
[26.04.10 17:30:37] noa: nein, das ist einfach verfassungswidrig
[26.04.10 17:30:45] noa: und verstoesst gegen seinen Eid als Lehrer
[26.04.10 17:30:55] noa: wenn er es im Unterricht macht
[26.04.10 17:31:00] Daniel Bischof: eben
[26.04.10 17:31:28] Daniel Bischof: nun is die frage, die wir beide nich beantworten können, wie is die rechtliche Grundlage bei einem Beamten im Privatleben.
[26.04.10 17:31:53] noa: richtig
[26.04.10 17:32:01] Daniel Bischof: so da hackt's bei beiden
[26.04.10 17:32:09] Daniel Bischof: nun können wir über den idealfall diskutieren
[26.04.10 17:32:14] Daniel Bischof: was passsieren sollte
[26.04.10 17:32:15] Daniel Bischof: wollen wir das?
[26.04.10 17:32:17] noa: Da die politische Meinungsaeusserung aber zu unseren Grundrechten gehoert, wuerde ich sagen, dass ein Lehrer die auch hat
[26.04.10 17:32:25] Daniel Bischof: so
[26.04.10 17:32:29] noa: privat
[26.04.10 17:32:34] noa: NICHT im Unterricht
[26.04.10 17:32:53] Daniel Bischof: politsche Meinungsäußerung privater Natur umschließt die bei einem Beamten -ismen in Zeitungsartikeln?
[26.04.10 17:33:10] noa: gute Frage
[26.04.10 17:33:23] Daniel Bischof: der sagt das ja nich an einem stammtisch
[26.04.10 17:33:29] Daniel Bischof: sondern in einem medium
[26.04.10 17:33:34] Daniel Bischof: ,dass auch der schüler liest
[26.04.10 17:33:35] noa: ich wuerde sagen: alles, was er nicht in seinem Leben als Lehrer macht, macht er privat
[26.04.10 17:33:47] Daniel Bischof: so und da bin ich mit dir nich ganz einig
[26.04.10 17:33:51] noa: dass der Schueler die Zeitung liest, kann kein Kriterium sein
[26.04.10 17:34:09] Daniel Bischof: also könnte er in der tagesschau stehen und heil hilter schreien?
[26.04.10 17:34:18] Daniel Bischof: (ich weiß, dass er das nich darf)
[26.04.10 17:34:21] Daniel Bischof: is ein beispiel
[26.04.10 17:34:23] noa: Nein, das waere Verfassungswidrig
[26.04.10 17:34:26] noa: hehe
[26.04.10 17:34:29] Daniel Bischof: lol
[26.04.10 17:34:35] noa: er darf aber in der Tagesscahu sagen, dass
[26.04.10 17:34:49] noa: er weniger Auslaender zuwandern lassen will und nur noch die Experten
[26.04.10 17:34:55] noa: da gibts nichts dagegen einzuwenden
[26.04.10 17:34:59] Daniel Bischof: ne
[26.04.10 17:35:00] noa: auch wenn der Schueler das sieht
[26.04.10 17:35:09] Daniel Bischof: nehmen wir mal die niederlage
[26.04.10 17:35:11] noa: wuerde ich sagen
[26.04.10 17:35:10] Daniel Bischof: was is damit
[26.04.10 17:35:22] noa: naja, da wuerde ich sagen:
[26.04.10 17:35:34] noa: der Typ ist ein Arschloch und Vollidiot
[26.04.10 17:36:02] noa: das nimmt ihm aber GENAU SOLANGE nicht das Recht darauf, Kinder zu unterrichten, wie das NICHT IM UNTERRICHT kund tut, also in seiner Rolle als Lehrer
[26.04.10 17:36:24] noa: privat hat er ein Recht auf Geschichtsinterpretation, die noch keine Volksverhetzung ist
[26.04.10 17:36:50] Daniel Bischof: ja und da sehe ich das einfach anders. Wenn er etwas schreibt, pupliziert er. Das heißt er tut zwar privat was kund, will dies aber bewusst der Öffentlichkeit zugänglich machen. Und da sehe ich bei einem Beamten ein Problem.
[26.04.10 17:36:58] noa: also: solange er privat legal bleibt und im Unterricht unpolitisch, ist alles okay
[26.04.10 17:37:19] noa: ja, da haben wir den Punkt, an dem wir uneinig sind
[26.04.10 17:37:30] Daniel Bischof: siehste
[26.04.10 17:37:46] Daniel Bischof: es geht um den Fakt, dass er Beamter is
[26.04.10 17:37:52] Daniel Bischof: frei nach Weber ist er der Staat
[26.04.10 17:37:55] noa: Ich wuerde sagen: Es kann nicht sein, dass ein Beamter nicht die Moeglichkeit hat, einen politischen Leserbrief zu schreiben
[26.04.10 17:37:59] noa: neuer Punkt:
[26.04.10 17:38:20] Daniel Bischof: ja?
[26.04.10 17:38:56] noa: ich weiss nicht, inwiefern er der Staat ist, aber eines ist wichtig: wenn ein Lehrer nen politischen Leserbrief schreibt, in dem er seine Sympathie fuer die SPD zum Besten gibt, waere es in Ordnung oder? (deiner Logik folgend, waere es NICHT in Ordnung)
[26.04.10 17:39:10] Daniel Bischof: das is doch kein ismus
[26.04.10 17:39:16] Daniel Bischof: das hatten wir doch geklärt
[26.04.10 17:39:19] Daniel Bischof: ganz zu beginn
[26.04.10 17:39:26] noa: das mit der Niederlage ist auch kein ismus
[26.04.10 17:39:30] Daniel Bischof: der kann die npd toll finden wie er will
[26.04.10 17:39:35] Daniel Bischof: aber judenhetzerei
[26.04.10 17:39:37] Daniel Bischof: eindeutig
[26.04.10 17:39:42] noa: warte warte
[26.04.10 17:40:05] noa: Darf ein Lehrer einen politischen Leserbrief ueber die SPD schreiben?
[26.04.10 17:40:08] noa: ja oder nein?
[26.04.10 17:40:37] noa: Oder anders: soll er deiner Meinung nach schreiben duerfen?
[26.04.10 17:40:42] noa: (den brief)
[26.04.10 17:41:00] Daniel Bischof: darf er, darf er auch über npd. Er darf es nich, wenn er klar Thesen formuliert die außerhalb der Verfassung liegen bzw. damit kollidieren
[26.04.10 17:41:15] noa: Genau
[26.04.10 17:41:39] noa: hier mein Fazit von vor 5 minuten:
[26.04.10 17:41:40] noa: also: solange er privat legal bleibt und im Unterricht unpolitisch, ist alles okay
[26.04.10 17:42:03] noa: zu deinem Punkt der Judenverhetzung:
[26.04.10 17:42:09] Daniel Bischof: halt
[26.04.10 17:42:13] noa: okay
[26.04.10 17:42:13] Daniel Bischof: meine these bleibt
[26.04.10 17:42:30] Daniel Bischof: über ein medium zu agieren, sehe ich nich als bloße private Äußerung an.
[26.04.10 17:42:37] Daniel Bischof: das kann ich als politologe einfach nich
[26.04.10 17:43:28] Daniel Bischof: wenn das so wäre, wären viele unserer Basisannahmen grundlegend falsch.
[26.04.10 17:43:33] noa: Dann widersprichst du dir selbst. Gerade hast du gesagt, dass Lehrer ueber die SPD und die NPD als Privatperson veroeffentlichen darf.
[26.04.10 17:44:20] Daniel Bischof: ja aber doch keine Äßerungen über "Niederlage" wo keine war, oder eine gewisse Judenhetze.
[26.04.10 17:44:23] Daniel Bischof: darum gehts doch
[26.04.10 17:44:32] noa: okay
[26.04.10 17:44:41] noa: du wuerdest also dem Folgenden zustimmen:
[26.04.10 17:45:09] noa: Grundsaetzlich darf ein Lehrer als Privatperson politische Leserbriefe veroeffentlichen.
[26.04.10 17:45:15] Daniel Bischof: ja
[26.04.10 17:45:34] noa: Ausnahme: illegale Aeusserungen wie Volksverhetzung oder Judenschimpfe
[26.04.10 17:45:49] noa: alles Illegale darf er nicht veroeffentlichen
[26.04.10 17:46:03] Daniel Bischof: ja das is ein problem
[26.04.10 17:46:06] Daniel Bischof: das is eine grauzone
[26.04.10 17:46:15] noa: jetzt sind wir an einem anderen Punkt: ist das, was er sagt, illegal oder nicht?
[26.04.10 17:46:15] Daniel Bischof: und muss von fall zu fall entschieden werden
[26.04.10 17:46:17] noa: genau
[26.04.10 17:46:22] noa: klar ist:
[26.04.10 17:46:24] Daniel Bischof: ja eben
[26.04.10 17:46:44] noa: im Unterricht ist es in jedem Fall falsch, private politische Auesserungen jeder Art kund zu tun
[26.04.10 17:47:25] Daniel Bischof: ja klar
[26.04.10 17:47:27] noa: jetzt geht es darum: macht Gottschlich etwas Illegales, wenn er diese Inhalte als Privatperson, nicht als Lehrer, veroeffentlicht?
[26.04.10 17:47:39] Daniel Bischof: so pass auf
[26.04.10 17:47:45] Daniel Bischof: der empirisch aspekt daran
[26.04.10 17:47:52] Daniel Bischof: das is nun keine theorie oder philo
[26.04.10 17:48:10] Daniel Bischof: das is empirischer fakt, falls es sowas geben sollte theoretisch.
[26.04.10 17:48:17] Daniel Bischof: medien erziehen menschen mit
[26.04.10 17:48:21] Daniel Bischof: sie machen meinung
[26.04.10 17:48:28] Daniel Bischof: gestalten poltische Einstellungen nachhaltig
[26.04.10 17:48:40] Daniel Bischof: BESONDERS in dem ALter von 15-24
[26.04.10 17:48:57] noa: okay
[26.04.10 17:48:59] Daniel Bischof: das is die Phase wo Menschen politisch "sozialisiert" werden
[26.04.10 17:49:07] noa: da geh ich mit
[26.04.10 17:49:07] Daniel Bischof: sie entscheiden sie für Richtung inder Poltik
[26.04.10 17:49:18] Daniel Bischof: bin ich links, rechts wo stehe ich
[26.04.10 17:49:38] noa: ja, das geht alles klar. Das nehm ich dir ab ohne mit der Wimper zu zucken
[26.04.10 17:49:41] Daniel Bischof: so und diese SChüler lesen diese Scheiße (anders kann ich es nich umschreiben)
[26.04.10 17:49:57] Daniel Bischof: und der ein oder andere hat eine Affinität zum Gottschlich
[26.04.10 17:50:05] noa: jetzt musst du aber argumentativ aufpassen
[26.04.10 17:50:06] Daniel Bischof: ist ihm gegenübner positiv ausgeschlossen
[26.04.10 17:50:21] noa: okay?
[26.04.10 17:50:25] noa: und dann?
[26.04.10 17:50:34] Daniel Bischof: und wir über die Affinität zu dieser Person, auch eine zu der Meinung vom Gottschlich entwickeln, die er da gerade liest.
[26.04.10 17:50:41] Daniel Bischof: das kann ich dir an Datensätzen zeien
[26.04.10 17:50:49] noa: okay
[26.04.10 17:50:50] Daniel Bischof: sofern du mir mit der Statistik glaubst
[26.04.10 17:50:55] noa: geh ich auch mit
[26.04.10 17:51:14] noa: was folgt fuer dich daraus?
[26.04.10 17:51:21] noa: fuer den Gottschlich?
[26.04.10 17:51:25] Daniel Bischof: also
[26.04.10 17:51:30] Daniel Bischof: warte muss tippen
[26.04.10 17:54:20] Daniel Bischof: Letzlich agiert der Gottschlich hier zwar als Privatperson, veröffentlicht aber ein Gedankengut, das auf "dünnem Eis" steht. Das wäre nich weiter schlimm, solange er kein Beamter wär. Als Beamter, hier als Lehrer, hat er zum einen eine Verpflichtugn gegenüber dem Staat, nämlich dessen Verfassung und Institutionen zu akzeptieren und zu tragen und zum anderen gegenüber seinen SChülern, denen er über ein Medium Inhalte kund tut, die eventuelll (hier wissen wir nicht, ob legal oder illegal, bzw. muss von Fall zu Fall entschieden werden) seine Schüler zu politischen Meinung hinzieht.,
[26.04.10 17:54:44] Daniel Bischof: und da is der hacken
[26.04.10 17:54:56] noa: okay
[26.04.10 17:55:08] Daniel Bischof: ich hoffe es war verständlich
[26.04.10 17:55:21] Daniel Bischof: in der kurzen zeit
[26.04.10 17:55:29] noa: Zusammenfassend: solange er im Unterricht unpolitisch und privat legal bleibt, ist alles in Ordnung. Hier waren wir.
[26.04.10 17:55:33] noa: jetzt kommt dein neuer punkt
[26.04.10 17:55:57] noa: der zieht darauf ab, dass Menschen eine persoenliche Affinitaet zu anderen haben und eher dazu tendieren, die Meinungen dieser Menschen zu uebernehmen
[26.04.10 17:56:17] noa: du wuerdest wahrscehinlich sagen, dass ein Lehrer hier besonders prekaer ist, weil er
[26.04.10 17:56:30] noa: besonders viele Kontakte zu jugendlichen der fraglichen Altersklasse hat
[26.04.10 17:56:35] noa: oder?
[26.04.10 17:56:38] Daniel Bischof: darf ich da einhacken?
[26.04.10 17:56:43] noa: jo
[26.04.10 17:56:45] Daniel Bischof: also
[26.04.10 17:56:54] Daniel Bischof: wieder statistisch belegbar
[26.04.10 17:57:04] noa: ja?
[26.04.10 17:57:10] Daniel Bischof: Es gibt sogennante Peer groups
[26.04.10 17:57:21] Daniel Bischof: die wirken auf die polit. Sozialisierung verstärkt
[26.04.10 17:57:23] Daniel Bischof: deine Eltern
[26.04.10 17:57:26] Daniel Bischof: Großeltern
[26.04.10 17:57:27] Daniel Bischof: der Bruder
[26.04.10 17:57:30] Daniel Bischof: die Freund
[26.04.10 17:57:39] noa: okay
[26.04.10 17:57:43] Daniel Bischof: rat mal wer da statistisch unter den Top 5 is?
[26.04.10 17:57:47] Daniel Bischof: deine Lehrer
[26.04.10 17:57:57] noa: okay
[26.04.10 17:58:02] noa: lass mich dir eine Frage stellen:
[26.04.10 17:58:26] Daniel Bischof: immer
[26.04.10 17:58:42] noa: Wo ist das Problem, wenn der Gottschlich einen (legalen) Einfluss auf seine Schueler nimmt, ueber Zeitungsartikel, die er veroeffentlicht?
[26.04.10 17:58:50] Daniel Bischof: so
[26.04.10 17:58:52] Daniel Bischof: da is wieder der hacken
[26.04.10 17:59:04] Daniel Bischof: sind seine äußerungen legal
[26.04.10 17:59:05] Daniel Bischof: oder illegal
[26.04.10 17:59:10] Daniel Bischof: daran hängt sich es auf
[26.04.10 17:59:15] Daniel Bischof: und wird es sich immer aufhängen
[26.04.10 17:59:24] noa: genau
[26.04.10 17:59:27] noa: und deshalb
[26.04.10 17:59:40] Daniel Bischof: und noch was
[26.04.10 17:59:46] Daniel Bischof: zu deiner Kenntnisnahme kurz
[26.04.10 17:59:55] noa: MUSS der Gottschlich Lehrer bleiben, solange nicht geklaert ist, dass er Illegales kundtut (im Zweifel fuer den Angeklagten)
[26.04.10 18:00:01] noa: ja?
[26.04.10 18:00:02] Daniel Bischof: die JF is eine Zeitung die unter der Beobachtung des Verfassungschutzes steht
[26.04.10 18:00:13] Daniel Bischof: das kommt für mich doch noch hinzu
[26.04.10 18:00:19] Daniel Bischof: WO veröffentliche ich
[26.04.10 18:00:28] Daniel Bischof: da sind wir uns einig
[26.04.10 18:00:30] Daniel Bischof: völlig
[26.04.10 18:00:57] noa: okay
[26.04.10 18:01:03] noa: das hat wahscheinlich sein Gruende
[26.04.10 18:01:16] noa: aber nun ein neuer Punkt, auf den ich schon ne geraume Zeit hinauswill
[26.04.10 18:01:16] noa: :
[26.04.10 18:01:25] Daniel Bischof: ja bitte
[26.04.10 18:05:55] Daniel Bischof: puh das wird wohl lang!
[26.04.10 18:05:57] noa: Unsere Demokratie basiert unter anderem auf dem Prinzip der freien Meinungsaeusserung. Dein Kind wird immer verschiedenen Meinungen ausgesetzt sein, das kannst du niemals verhindern. Du kannst auch nicht verhindern, dass dein Kind der politischen Meinung von Peer-Groups ausgesetzt wird (schliesslich bist DU es, der Vater, der es erzieht). Was folgt daraus? Dass wir die Kinder nicht vor diesen Meinungen schuetzen duerfen, sondern sie zu kritischem und aufgeklaerten Denken erziehen muessen. Dazu gehoert, dein Kind NICHT von der Schule zu nehmen, wenn ein Lehrer politische Leserbriefe veroeffentlicht. Und soweit ich das sehe, uebertritt Gottschlich hier keine Verfassungsmaessigen Schranken.
Der Chat ging noch ne Weile weiter. Im folgenden haben wir unterschieden zwischen dem, was der Staat mit Gottschlich machen muss (nix, solange seine Auesserungen legal bleiben und er im Unterricht nichts politisches aeussert) und dem, was wir persoenlich als Menschen damit machen wuerde, wenn wir an unsere Kinder denken. Daniel wuerde sein Kind von der Schule nehmen, Stefan nicht.
Menschen sind halt unterschiedlich, besonders der Stefan und der Daniel. ;-)
Mein Fazit lautet: Die Schülerinititative ist völlig fehl am Platz. Die Forderung der Schüler, Herrn Gottschlich zu kündigen, ist:
1. Unrealistisch, weil ein Beamter nicht einfach gekündigt werden kann, ohne gegen seinen Arbeitsvertrag zu verstoßen. Und solange Herr Gottschlich als Privatperson politische Meinungen äußert und die aus der Schule fern hält, macht er alles richtig.
2. Undemokratisch, weil die Schüler das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht akzeptieren. Auch wenn ich persönlich mit einer rechten Meinung nicht übereinstimme, ist das noch lange kein hinreichender Grund, um diese Meinung zu verbieten, bzw. zu fordern, einen Menschen seiner Lebensgrundlage zu entziehen (den Lehrerberuf), weil er seine politische Meinung privat äußert.
Es geht darum, zu überprüfen, ob Herrn Gottschlichs Aussagen verfassungswidrig sind. Wenn nicht, dann ist alles okay. Wenn doch, dann muss Herr Gottschlich als Verbrecher angeklagt werden und wird seinen Job verlieren. Diese Entscheidung liegt jedoch nicht bei den Schuelern.
Mit ihren Flyern begehen sie selbst eine unsachgemäße Hetzerei.
Stefan Leber
Montag, 19. April 2010
Lebt er noch, der Blog?
So. Warum hab ich solange nix geschrieben? Ich hab ein wenig analysiert, bin auf ein Ergebnis gekommen und auch wenn ich nicht besonders stolz darauf bin, der Grund hat 4 Buchstaben: IPad. Ja, ich habs mir gekauft. Und deshalb auch eine kleine Review in zwei Sätzen: "Pages (das WORD von Apple) ist eine absolute Frechheit, da es unter anderem keine Fußnotenfunktion besitzt. Ansonsten ist das Konzept spitze und ich hab viel Freude damit."
Und sonst? Studium, Freundin, Wochenendtrips. Mehr geht grade nicht aber das liegt wohl auch irgendwie in der Natur der Sache. Meine Paper-Abgabetermine sind geklärt, ich weiß genau, was ich wann und wo abgeben muss (werde eine Hausarbeit über den Sommer schreiben). Mein Rückflug ist gebucht, in etwas weniger als einem Monat bin ich schon daheim. Wow. Muss nun langsam schon mit der Auszugslogistik anfangen...
Die letzten Wochen seit Springbreak gingen vorbei wie absolut garnix! Aber ich hab die Zeit gut genutzt, würde ich sagen.
Komme grade nach Hause vom Fußball spielen, habe geduscht und werde jetzt gleich noch Teuta in ihrer Pause bei PitaPit besuchen (da krieg ich wieder eine Pita rausgeschmuggelt). Die Kanutour wurde auf kommendes Wochenende verschoben. Meinen Geburtstag werde ich am kommenden Donnerstag in recht kleinem Kreis in einem italienischen in Downtown Restaurant feiern, nachdem ich am Nachmittag noch eine Präsentation über Lecture 4 aus John Rawls' Political Liberalism halten werde. Ich verfolge gerade mehr oder weniger regelmäßig Scrubs und Flashforward und schaue regelmäßig SouthPark (LOST heb ich mir auf-das will ich an einem Stück gucken).
Eines meiner Gedichte hat es in einen kleinen internationalen Gedichtband geschafft, der hier an der Uni gegen Ende des Semesters veröffentlicht wird. Mal schauen, vielleicht werde ich jetzt ja berühmt...hehe... am 3. Mai ist eine Lesung, wo ich das Gedicht vortragen werde.
Pockettaxi laeuft, habe gerade einen Artikel für eine Zeitschrift geschrieben, der sehr gut ankam und auch gedruckt wird bald.
Uff. Oh ja, Mittwoch ist ChampionsLeague gegen Lyon! Wir werden wieder im Spoke sein und hoffentlich viel zu bejubeln haben!
Für den Sommer gibts viele Pläne: Zeit in Tübingen verbringen, auf Julias Abiball gehen!, Jakob in Berlin besuchen, Julie eventuell in Bremen, Cord und Ana in Hamburg und dann Juni-Juli in Konstanz wohnen, WM gucken, WG suchen, vielleicht Besuch aus Albanien bekommen, Geld verdienen, Hausarbeit schreiben, ein bisschen Spanisch lernen und über DoktorenProgramme im In- und Ausland informieren.
So, bald gibts wieder was Gehaltvolleres, das war der 15 MinutenBlog für heute!
Machts gut und trinkt nicht zuviel, bis bald.
Und sonst? Studium, Freundin, Wochenendtrips. Mehr geht grade nicht aber das liegt wohl auch irgendwie in der Natur der Sache. Meine Paper-Abgabetermine sind geklärt, ich weiß genau, was ich wann und wo abgeben muss (werde eine Hausarbeit über den Sommer schreiben). Mein Rückflug ist gebucht, in etwas weniger als einem Monat bin ich schon daheim. Wow. Muss nun langsam schon mit der Auszugslogistik anfangen...
Die letzten Wochen seit Springbreak gingen vorbei wie absolut garnix! Aber ich hab die Zeit gut genutzt, würde ich sagen.
Komme grade nach Hause vom Fußball spielen, habe geduscht und werde jetzt gleich noch Teuta in ihrer Pause bei PitaPit besuchen (da krieg ich wieder eine Pita rausgeschmuggelt). Die Kanutour wurde auf kommendes Wochenende verschoben. Meinen Geburtstag werde ich am kommenden Donnerstag in recht kleinem Kreis in einem italienischen in Downtown Restaurant feiern, nachdem ich am Nachmittag noch eine Präsentation über Lecture 4 aus John Rawls' Political Liberalism halten werde. Ich verfolge gerade mehr oder weniger regelmäßig Scrubs und Flashforward und schaue regelmäßig SouthPark (LOST heb ich mir auf-das will ich an einem Stück gucken).
Eines meiner Gedichte hat es in einen kleinen internationalen Gedichtband geschafft, der hier an der Uni gegen Ende des Semesters veröffentlicht wird. Mal schauen, vielleicht werde ich jetzt ja berühmt...hehe... am 3. Mai ist eine Lesung, wo ich das Gedicht vortragen werde.
Pockettaxi laeuft, habe gerade einen Artikel für eine Zeitschrift geschrieben, der sehr gut ankam und auch gedruckt wird bald.
Uff. Oh ja, Mittwoch ist ChampionsLeague gegen Lyon! Wir werden wieder im Spoke sein und hoffentlich viel zu bejubeln haben!
Für den Sommer gibts viele Pläne: Zeit in Tübingen verbringen, auf Julias Abiball gehen!, Jakob in Berlin besuchen, Julie eventuell in Bremen, Cord und Ana in Hamburg und dann Juni-Juli in Konstanz wohnen, WM gucken, WG suchen, vielleicht Besuch aus Albanien bekommen, Geld verdienen, Hausarbeit schreiben, ein bisschen Spanisch lernen und über DoktorenProgramme im In- und Ausland informieren.
So, bald gibts wieder was Gehaltvolleres, das war der 15 MinutenBlog für heute!
Machts gut und trinkt nicht zuviel, bis bald.
Dienstag, 30. März 2010
Samstag, 27. März 2010
Freitag, 26. März 2010
Springbreak Florida
Teuta und ich trennen uns, als wir in La Guardia, New York City ankommen. Ihr Flug geht eine halbe Stunde vor meinem. Ich hab einen Monat früher bei Delta gebucht, sie bei AirTran. Die üblichen Sicherheitskontrollen, die üblichen Essensläden... Flughafen eben. Was neu für mich ist: das Chaos. Die Bildschirme sagen, mein Flug sei an Gate 5, mein Ticket behauptet, es sei Gate 2. An Gate 2 is aber nix, an Gate 5 irgendein anderer Flug. Irgendeiner hat da massiv was verbockt. Irgendwann finde ich dann heraus, dass mein Flug ne Stunde Verspätung hat. Ich sollte eigentlich um 17.00 Uhr landen, nun wirds wohl 18.00 Uhr. Immer noch kein Problem, da der Herr Bischof ja erst um 19.30 ankommt. Schnell Teuta eine SMS geschrieben, dass ich später komme.
Dann wird mein Flug immer weiter nach hinten verschoben. Als ich schließlich an Bord bin, stehen folgende Dinge fest: ich komme erst um ca. 20.15 Uhr an, Daniel geht davon aus, dass ich ihn abhole an seinem Gate, Daniel kann nicht kontaktiert werden, weil er kein Handy hat und ich außerdem mein Handy während dem Flug ja nicht benutzen darf. Die einzige Lösung besteht also in einer weiteren SMS, die ich Sekunden bevor sich mein Flieger in Bewegung setzt noch abschicke.
Hey again! I will not arrive until 8.15! Delay... Can u meet Daniel Bischof for me?He is arriving at 7.30 with flight AC 0912 – Air Canada -. Best would be to buy some paper and write his name on it and wait at the gate. He is tall, blond hair, suit and glasses possible. If u miss him, try to send him a message on facebook. I had no connection in nyc. I am in the plane now! I will call u asap! U can do this! [...]
Alles klappt. Teuta holt Bischof ab (sie wusste von seinem Facebook-Profilbild noch, wie er aussieht) und wir treffen uns alle in der großen Haupthalle des Flughafens von Orlando. Einen Stock tiefer hat Alamo seinen Sitz, wo wir auch sogleich unseren reservierten SUV abholen. Großes Gerät, schönes Auto, guter Bass.
Und lohos gehts dann mit Bischofs GPS in Richtung unserer Unterkunft. Motel 6, eine kleine und bescheidene Unterkunft, die unserem Studentengeldbeutel wunderbar entspricht – in der ersten Nacht zahlen wir zu dritt knapp 70$. Nick und Petros werden erst morgen, am Sonntag, ankommen.
Wir cruisen noch ein wenig auf der Suche nach Essbarem durch das abendliche Orlando, gehen dann aber auch schon ins Bett.
Orlando ist keine interessante Stadt. Orlando ist die Freizeitfamilienparkwelthauptstadt. Disneyworld, Universal Studios, Wasserpark, Wassertierpark (ja, hier hat der Orca neulich seine Trainerin zerfleischt...) und und und... laaaangweilig! Und teuer! Teuta, Bischof und ich fahren am Samstag morgen in einen kleinen Park in der Innenstadt, gehen um einen See herum und beschließen dann, in Richtung Ost Floridas aufzubrechen. Strand, mehr, Sonne. Wir fahren etwa eine Stunde in Richtung Cape Canaveral (wo die Raumschiffe immer abfliegen tun), halten uns dann aber südlich um an einen Strand zu gelangen. Springbreak! Der Strand ist voller Studenten, die sich wahllos betrinken und Party machen. Wir gehen schwimmen (Bischof wars zu kalt! ;-) ), spielen Racketball (das mit den Holzschlägern und dem Plastikball), machen einen Strandspaziergang und hängen am Strand rum. Gemütlicher Tag, so müssen Ferien beginnen!
Am Abend holen wir dann Pete am Flughafen ab, nachdem wir einen Anruf von Nic bekommen haben – auch sein Flug aus New York hat Verspätung. Er wird morgens um 4 erst ankommen... Dann noch ein Anruf von Nick. Er sitzt jetzt in nem Flieger nach Fort Myers und hat sich eine Mitfahrgelegenheit nach Orlando organisiert. Wird morgens um ca. 9 oder so am Flughafen sein. Wir holen ihn da ab und fahren los Richtung Westküste Florida – Golf von Mexiko.
Tampa und St. Petersburg sind unsere erste Station. Das Übernachten wird jetzt, da wir zu fünft sind, noch billiger. Wir reservieren regelmäßig Viermannzimmer; Nic hat eine Luftmatraze dabei und pennt auf dem Boden. So sparen wir Kohle. Die Übernachtung kostet dann im Schnitt 16$ pro Person. Das sind vielleicht so 12/13 Euro. Damit kann man auch als Student Roadtrips machen! :-)
Beachvolleyball (haben von so einer Gruppe von 8 Indern bös aufs Maul bekommen...), schwimmen (wieder nur Teuta und ich, die Jungs memmen rum), Racketball und dann am Abend Bierchen trinken und ne kleine Diskothek.
Früh raus am nächsten morgen um St. Petersburg über die südliche Riesenbrücke zu verlassen. Vorher aber noch ein Stop im Dali-Museum. Sehr schön! Ich kann ja im Allgemeinen mit Museen nicht besonders viel anfangen, weil mir tendenziell nach eineinhalb Stunden langweilig wird. Aber die Bilder Dalis konnten mich echt für zwei Stunden begeistern! Haben eine Führung mitgemacht und extrem interessante Dinge über den guten Spanier erfahren. War wirklich faszinierend!
Dann die Küste runter nach Sarasota. Wir kommen in einer kleinen Inselstadt vor der Küste an, St. Armands (oder so). Klassische reiche Rentner machen Urlaub-Stimmung. Der Ort ist eine einzige um einen Kreisverkehr herum errichtete Shopping-Mall. Aus an den Straßenlaternen angebrachten Lautsprechern tönt klassische Musik und alles ist so schnieke, dass die Augen tränen und man sich einen Hund herbei wünscht, der an irgendeiner Ecke sein Geschäft verrichtet – einfach damits nicht so schrecklich sauber und geschniegelt ist, alles. Aber gut, wir ergreifen die Flucht – die Gegend hier ist ohnehin nur eine Zwischenstation auf unserem Weg nach Sanibel-Island.
Sanibel-Island ist eine schöne Insel im Golf von Mexiko. Hier gibts sehr geile Strände und viel Natur. Die beiden Zyprioten wollen an den Strand, Teuta, Bischof und ich mieten uns ein Kanu und fahren durch einen Mangrovenwald an der Küste. Sehen allerdings keinerlei Monster (auch wenn Teuta zweimal exakt an derselben Stelle im Wasser einen riesigen Hai sah, als wir mit dem Auto über eine Brücke fuhren).
Nicht besonders spektakulär, aber wenigstens Natur und Ruhe und keine Konsumstimmung.
Nächste Station: Everglades. Dieser zweitgrößte Nationalpark der USA ist bekannt für seine Alligatoren und Krokodile. Bischof scheiden an diesem Tag von allen Unternehmungen verletzungsbedingt aus: Magenverstimmung. Teuta, Nic, Pete und ich mieten machen eine Tour mit einem dieser typischen Riesenpropellerboote. Nachdem wir erfolgreich die Pelikane von unserem Boot vertrieben haben, geht die Tour los. Wir schießen durch einen Mangrovensumpf und bekommen tatsächlich einen recht großen Alligatoren zu sehen, den unser Tourguide unter seinem Mangrovenbusch hervorlockt. Der Alligator schwimmt über 30 Meter hinweg langsam auf unser Boot zu, bis ich die Farbe seiner Augen in drei Metern Entfernung sehen kann. Beeindruckend. Nach einer Begegnung mit einem Waschbären fahren wir dann eine Stunde später an einem kleinen Fluss entlang, indem sich zahlreiche Alligatoren tummeln. Ab und an parken wir das Auto und gehen ans Ufer. Da treiben sie seelenruhig dahin, die Viecher! Schon unheimlich...
Und weiter gehts nach Südosten, hinunter in Richtung Keys. Wir werden heute ein wenig oberhalb von Key Largo in einem Motel pennen – morgen solls dann früh weitergehen! Bischof ist krank und schläft früh, Nic und Pete fahren spontan mit dem Auto nach Miami um Party zu machen und Teuta und ich verbringen mangels Strand einen abend am Hotelpool. Raus aus der Hotelanlage trauen wir uns nicht so recht, die Gegend wirkt ein wenig wie ein mexikanisches Ghetto...
Dann am nächsten morgen losgefahren. In der Mitte der Keys halten wir an um Kajak zu fahren. nterwegs halten wir an einer Touristeninformationsstelle und reservieren einen Schnorcheltripp für den nächsten Tag, an dem wir wieder aus Key West zurückfahren und Miami erreichen werden. Nic und Pete wollen erst mit ins Kajak, dann nicht mehr. Die beiden gehen zum Strand. Der Rest der Gruppe mietet ein Doppel- und ein Einzelkajak und dann gehts los in den Mangrovenwald! Mit einer kleinen und unübersichtlichen Karte fahren wir durch ein Mangrovenlabyrinth und verlieren etwas die Orientierung... ist dann aber auch kein großes Problem, wieder rauszufinden! Dann gehts weiter rüber zur Insel einmal quer durch die Bucht. Unterwegs fällt uns auf, dass die Insel irgendwie schon ganz schön weit weg ist und irgendwie auch kein Steg da zu sein scheint, auf dem wir die Insel betreten können. Komisch... naja, wir drehen um und als wir unter der großen Autobahnbrücke hindurchschauen und hindurchpaddeln, wird uns bewusst, dass wir zur falschen Insel gefahren sind. Die Insel, zu der wir eigentlich sollten, ist irgendwie nicht auf der Karte, was uns unser Kartenausgeber offenbar in einem Anfall blinder Garstigkeit vorenthalten hatte. Naja, war trotzdem ein schöner Ausflug...
Am Abend erreichen wir Key West, den südlichsten Punkt der Vereinigten Staaten. Hier tobt ein wenig mehr das Leben. Wir gehen gemütlich essen und genehmigen uns einen Drink, spazieren gemütlich durchs Städtchen und wundern uns wieder einmal über die amerikanische Partykultur, die zu 80 Prozent aus Bier trinken, zu 15 Prozent aus hochprozentigem Alkohol trinken und zu 5 Prozent aus unkreativem-Tanzpornogehabe besteht (wirklich frustrierend, manchmal!!).
Am nächsten morgen genießen wir den Strand, fahren zum southernmost point (der südlichste Punkt!!!!!) der USA und schießen ein Foto. Kuba sehen wir leider nicht an diesem morgen, es ist zu diesig. Lustig machen wir uns darüber, aus was der Amerikaner alles Sensationen herbeizaubern kann. Am southermost point steht nämlich auch das southernmost hotel, das southernmost restaurant und das southernmost house. Alles schön ausgeschildert. Wow. Beeindruckend. Was noch fehlt, ist das southernmost Dixy-Klo. Wäre interessant gewesen, einmal den southernmost Stuhlgang der USA zu... aber gut, lassen wir das...
Der Schnorcheltrip ist super. Daniel ist wieder gesund, dafür ist Nic krank und bleibt am Auto (mein kontinuierlicher prinzipieller Salatverzehr zahlt sich aus...). Wir fahren mit einem Schiff ne halbe Stunde raus in ein Riff. Highlight: wir dürfen nicht ohne Schwimmweste ins Wasser. Jeder muss eine Schwimmweste tragen. Die muss zwar nicht mit Luft gefüllt sein, aber man kriegt halt nicht die Luft komplett raus! Ergebnis: wir müssen uns mehr anstrengen, um runter zu tauchen. So ein Schwachsinn, dieser Sicherheitswahn! Und macht ein bisschen das Schnorchelgefühl zunichte... ist aber trotzdem ein super Trip, vor allem auch wegen der Jesusstatue, die sich in 6 Meter Wassertiefe am Grund des Riffs erhebt. Wir haben Fotos gemacht, mal schauen wie die rauskommen...
Am selben Tag dann erreichen wir Miami. Abends gehen wir nach South Beach essen und trinken, spazieren ein wenig umher und ich genieße wirklich die Großstadtatmosphäre! Die Leute laufen total freakig und in den unterschiedlichsten Klamottenstilen rum – sehr interessant zu beobachten (Erkenntnis wieder einmal: AfroAmerikaner sind einfach die coolsten...). Nic bleibt krankheitsbedingt noch zu Hause, wir anderen gehen in einen Club und machen Party. Ganz nett, wenn auch 20$ Eintritt und 5$ für eine kleine Flasche Wasser etwas überzogen sind... aber gut, Miami Beach und so...
Nach dem Club gehen wir ein wenig spazieren, Teuta kriegt von einem Straßenzoobetreiber eine Python um den Hals gelegt, Pete bekommt einen Papagei auf den Kopf gesetzt. Nein, wir wollen kein Foto machen und nein, wir wollen auch kein Geld bezahlen für die Python. Die findet zur Not schon ihr Essen...
Um halb 4 morgens fahren wir dann Pete zum Flughafen. Bischof schläft auf dem Rücksitz, ich fahre und Teuta hat die dankenswerte Aufgabe, mich wach zu halten. Hab natürlich nix getrunken, war aber todmüde.
Am nächsten Tag dann schlafen wir lange, gehen nach SouthBeach, ich kaufe zwei Sonnenbrillen (eine für Bischof, weil ich seine verloren hab und eine für mich) und wir hängen am Strand rum. Abends dann fahren Teuta, Nic und ich essen zum Italiener, Bischof schläft. Party machen wir heute keine mehr, ich will nicht wieder so müde Auto fahren, wenn ich Teuta und Nic um halb drei heut nacht nach Fort Lauderdale fahre. Wir gehen also etwas früher ins Bett, ich fahre die beiden zum Flughafen und höre mir auf der Rückfahrt Stillmatic von Nas an, bei voller Lautstärke. Die Mucke ist fett genug, um mich 30 Minuten lang mit Rapadrenalin zu versorgen. Ich bleibe hellwach und fahre sicher zurück zum Hotel.
Am kommenden Tag machen Bischof und ich einen Ruhetag. Wir schlafen lange, bringen das Auto zurück zu Alamo nach SouthBeach und laufen drei Stunden lang den SouthBeach hinauf. Irgendwann erreichen wir unser Hotel, ich schreibe mein MidTermPaper für Ethics zu Ende, schicke es zu Feldman und wir gehen pennen. Am nächsten Tag gehts dann zum Port of Miami, wo die Norwegian Sky schon vor Anker liegt.
So schlimm wie in Prof. Feldmans Email wars nu auch wieder nicht in Florida (siehe Komisch Fakten)... Wir hatten ne schöne Zeit, haben viel erlebt und viel gesehen und die Gruppendynamik war sehr... dynamisch! Diskutiert wurde über homosexuelle Paare, die Kinder adoptieren wollen, Healthcare und und und...
Geiler Roadtrip, würd ich wieder machen, wenn ich vielleicht auch das nächste Mal Sarasota und Sanibel Island zugunsten der Keys weglassen würde. Und tendenziell gilt natürlich immer: jede Frau in der Gruppe vermindert die Anzahl er hirnlosen Machosprüche um die Hälfte! Wir hätten mehr Frauen gebraucht... ;-)
PS. Falls er meine Foddos säha wellet, die gibts schbäder! Aber so als kloiner Vorgschmack:
Dann wird mein Flug immer weiter nach hinten verschoben. Als ich schließlich an Bord bin, stehen folgende Dinge fest: ich komme erst um ca. 20.15 Uhr an, Daniel geht davon aus, dass ich ihn abhole an seinem Gate, Daniel kann nicht kontaktiert werden, weil er kein Handy hat und ich außerdem mein Handy während dem Flug ja nicht benutzen darf. Die einzige Lösung besteht also in einer weiteren SMS, die ich Sekunden bevor sich mein Flieger in Bewegung setzt noch abschicke.
Hey again! I will not arrive until 8.15! Delay... Can u meet Daniel Bischof for me?He is arriving at 7.30 with flight AC 0912 – Air Canada -. Best would be to buy some paper and write his name on it and wait at the gate. He is tall, blond hair, suit and glasses possible. If u miss him, try to send him a message on facebook. I had no connection in nyc. I am in the plane now! I will call u asap! U can do this! [...]
Alles klappt. Teuta holt Bischof ab (sie wusste von seinem Facebook-Profilbild noch, wie er aussieht) und wir treffen uns alle in der großen Haupthalle des Flughafens von Orlando. Einen Stock tiefer hat Alamo seinen Sitz, wo wir auch sogleich unseren reservierten SUV abholen. Großes Gerät, schönes Auto, guter Bass.
Und lohos gehts dann mit Bischofs GPS in Richtung unserer Unterkunft. Motel 6, eine kleine und bescheidene Unterkunft, die unserem Studentengeldbeutel wunderbar entspricht – in der ersten Nacht zahlen wir zu dritt knapp 70$. Nick und Petros werden erst morgen, am Sonntag, ankommen.
Wir cruisen noch ein wenig auf der Suche nach Essbarem durch das abendliche Orlando, gehen dann aber auch schon ins Bett.
Orlando ist keine interessante Stadt. Orlando ist die Freizeitfamilienparkwelthauptstadt. Disneyworld, Universal Studios, Wasserpark, Wassertierpark (ja, hier hat der Orca neulich seine Trainerin zerfleischt...) und und und... laaaangweilig! Und teuer! Teuta, Bischof und ich fahren am Samstag morgen in einen kleinen Park in der Innenstadt, gehen um einen See herum und beschließen dann, in Richtung Ost Floridas aufzubrechen. Strand, mehr, Sonne. Wir fahren etwa eine Stunde in Richtung Cape Canaveral (wo die Raumschiffe immer abfliegen tun), halten uns dann aber südlich um an einen Strand zu gelangen. Springbreak! Der Strand ist voller Studenten, die sich wahllos betrinken und Party machen. Wir gehen schwimmen (Bischof wars zu kalt! ;-) ), spielen Racketball (das mit den Holzschlägern und dem Plastikball), machen einen Strandspaziergang und hängen am Strand rum. Gemütlicher Tag, so müssen Ferien beginnen!
Am Abend holen wir dann Pete am Flughafen ab, nachdem wir einen Anruf von Nic bekommen haben – auch sein Flug aus New York hat Verspätung. Er wird morgens um 4 erst ankommen... Dann noch ein Anruf von Nick. Er sitzt jetzt in nem Flieger nach Fort Myers und hat sich eine Mitfahrgelegenheit nach Orlando organisiert. Wird morgens um ca. 9 oder so am Flughafen sein. Wir holen ihn da ab und fahren los Richtung Westküste Florida – Golf von Mexiko.
Tampa und St. Petersburg sind unsere erste Station. Das Übernachten wird jetzt, da wir zu fünft sind, noch billiger. Wir reservieren regelmäßig Viermannzimmer; Nic hat eine Luftmatraze dabei und pennt auf dem Boden. So sparen wir Kohle. Die Übernachtung kostet dann im Schnitt 16$ pro Person. Das sind vielleicht so 12/13 Euro. Damit kann man auch als Student Roadtrips machen! :-)
Beachvolleyball (haben von so einer Gruppe von 8 Indern bös aufs Maul bekommen...), schwimmen (wieder nur Teuta und ich, die Jungs memmen rum), Racketball und dann am Abend Bierchen trinken und ne kleine Diskothek.
Früh raus am nächsten morgen um St. Petersburg über die südliche Riesenbrücke zu verlassen. Vorher aber noch ein Stop im Dali-Museum. Sehr schön! Ich kann ja im Allgemeinen mit Museen nicht besonders viel anfangen, weil mir tendenziell nach eineinhalb Stunden langweilig wird. Aber die Bilder Dalis konnten mich echt für zwei Stunden begeistern! Haben eine Führung mitgemacht und extrem interessante Dinge über den guten Spanier erfahren. War wirklich faszinierend!
Dann die Küste runter nach Sarasota. Wir kommen in einer kleinen Inselstadt vor der Küste an, St. Armands (oder so). Klassische reiche Rentner machen Urlaub-Stimmung. Der Ort ist eine einzige um einen Kreisverkehr herum errichtete Shopping-Mall. Aus an den Straßenlaternen angebrachten Lautsprechern tönt klassische Musik und alles ist so schnieke, dass die Augen tränen und man sich einen Hund herbei wünscht, der an irgendeiner Ecke sein Geschäft verrichtet – einfach damits nicht so schrecklich sauber und geschniegelt ist, alles. Aber gut, wir ergreifen die Flucht – die Gegend hier ist ohnehin nur eine Zwischenstation auf unserem Weg nach Sanibel-Island.
Sanibel-Island ist eine schöne Insel im Golf von Mexiko. Hier gibts sehr geile Strände und viel Natur. Die beiden Zyprioten wollen an den Strand, Teuta, Bischof und ich mieten uns ein Kanu und fahren durch einen Mangrovenwald an der Küste. Sehen allerdings keinerlei Monster (auch wenn Teuta zweimal exakt an derselben Stelle im Wasser einen riesigen Hai sah, als wir mit dem Auto über eine Brücke fuhren).
Nicht besonders spektakulär, aber wenigstens Natur und Ruhe und keine Konsumstimmung.
Nächste Station: Everglades. Dieser zweitgrößte Nationalpark der USA ist bekannt für seine Alligatoren und Krokodile. Bischof scheiden an diesem Tag von allen Unternehmungen verletzungsbedingt aus: Magenverstimmung. Teuta, Nic, Pete und ich mieten machen eine Tour mit einem dieser typischen Riesenpropellerboote. Nachdem wir erfolgreich die Pelikane von unserem Boot vertrieben haben, geht die Tour los. Wir schießen durch einen Mangrovensumpf und bekommen tatsächlich einen recht großen Alligatoren zu sehen, den unser Tourguide unter seinem Mangrovenbusch hervorlockt. Der Alligator schwimmt über 30 Meter hinweg langsam auf unser Boot zu, bis ich die Farbe seiner Augen in drei Metern Entfernung sehen kann. Beeindruckend. Nach einer Begegnung mit einem Waschbären fahren wir dann eine Stunde später an einem kleinen Fluss entlang, indem sich zahlreiche Alligatoren tummeln. Ab und an parken wir das Auto und gehen ans Ufer. Da treiben sie seelenruhig dahin, die Viecher! Schon unheimlich...
Und weiter gehts nach Südosten, hinunter in Richtung Keys. Wir werden heute ein wenig oberhalb von Key Largo in einem Motel pennen – morgen solls dann früh weitergehen! Bischof ist krank und schläft früh, Nic und Pete fahren spontan mit dem Auto nach Miami um Party zu machen und Teuta und ich verbringen mangels Strand einen abend am Hotelpool. Raus aus der Hotelanlage trauen wir uns nicht so recht, die Gegend wirkt ein wenig wie ein mexikanisches Ghetto...
Dann am nächsten morgen losgefahren. In der Mitte der Keys halten wir an um Kajak zu fahren. nterwegs halten wir an einer Touristeninformationsstelle und reservieren einen Schnorcheltripp für den nächsten Tag, an dem wir wieder aus Key West zurückfahren und Miami erreichen werden. Nic und Pete wollen erst mit ins Kajak, dann nicht mehr. Die beiden gehen zum Strand. Der Rest der Gruppe mietet ein Doppel- und ein Einzelkajak und dann gehts los in den Mangrovenwald! Mit einer kleinen und unübersichtlichen Karte fahren wir durch ein Mangrovenlabyrinth und verlieren etwas die Orientierung... ist dann aber auch kein großes Problem, wieder rauszufinden! Dann gehts weiter rüber zur Insel einmal quer durch die Bucht. Unterwegs fällt uns auf, dass die Insel irgendwie schon ganz schön weit weg ist und irgendwie auch kein Steg da zu sein scheint, auf dem wir die Insel betreten können. Komisch... naja, wir drehen um und als wir unter der großen Autobahnbrücke hindurchschauen und hindurchpaddeln, wird uns bewusst, dass wir zur falschen Insel gefahren sind. Die Insel, zu der wir eigentlich sollten, ist irgendwie nicht auf der Karte, was uns unser Kartenausgeber offenbar in einem Anfall blinder Garstigkeit vorenthalten hatte. Naja, war trotzdem ein schöner Ausflug...
Am Abend erreichen wir Key West, den südlichsten Punkt der Vereinigten Staaten. Hier tobt ein wenig mehr das Leben. Wir gehen gemütlich essen und genehmigen uns einen Drink, spazieren gemütlich durchs Städtchen und wundern uns wieder einmal über die amerikanische Partykultur, die zu 80 Prozent aus Bier trinken, zu 15 Prozent aus hochprozentigem Alkohol trinken und zu 5 Prozent aus unkreativem-Tanzpornogehabe besteht (wirklich frustrierend, manchmal!!).
Am nächsten morgen genießen wir den Strand, fahren zum southernmost point (der südlichste Punkt!!!!!) der USA und schießen ein Foto. Kuba sehen wir leider nicht an diesem morgen, es ist zu diesig. Lustig machen wir uns darüber, aus was der Amerikaner alles Sensationen herbeizaubern kann. Am southermost point steht nämlich auch das southernmost hotel, das southernmost restaurant und das southernmost house. Alles schön ausgeschildert. Wow. Beeindruckend. Was noch fehlt, ist das southernmost Dixy-Klo. Wäre interessant gewesen, einmal den southernmost Stuhlgang der USA zu... aber gut, lassen wir das...
Der Schnorcheltrip ist super. Daniel ist wieder gesund, dafür ist Nic krank und bleibt am Auto (mein kontinuierlicher prinzipieller Salatverzehr zahlt sich aus...). Wir fahren mit einem Schiff ne halbe Stunde raus in ein Riff. Highlight: wir dürfen nicht ohne Schwimmweste ins Wasser. Jeder muss eine Schwimmweste tragen. Die muss zwar nicht mit Luft gefüllt sein, aber man kriegt halt nicht die Luft komplett raus! Ergebnis: wir müssen uns mehr anstrengen, um runter zu tauchen. So ein Schwachsinn, dieser Sicherheitswahn! Und macht ein bisschen das Schnorchelgefühl zunichte... ist aber trotzdem ein super Trip, vor allem auch wegen der Jesusstatue, die sich in 6 Meter Wassertiefe am Grund des Riffs erhebt. Wir haben Fotos gemacht, mal schauen wie die rauskommen...
Am selben Tag dann erreichen wir Miami. Abends gehen wir nach South Beach essen und trinken, spazieren ein wenig umher und ich genieße wirklich die Großstadtatmosphäre! Die Leute laufen total freakig und in den unterschiedlichsten Klamottenstilen rum – sehr interessant zu beobachten (Erkenntnis wieder einmal: AfroAmerikaner sind einfach die coolsten...). Nic bleibt krankheitsbedingt noch zu Hause, wir anderen gehen in einen Club und machen Party. Ganz nett, wenn auch 20$ Eintritt und 5$ für eine kleine Flasche Wasser etwas überzogen sind... aber gut, Miami Beach und so...
Nach dem Club gehen wir ein wenig spazieren, Teuta kriegt von einem Straßenzoobetreiber eine Python um den Hals gelegt, Pete bekommt einen Papagei auf den Kopf gesetzt. Nein, wir wollen kein Foto machen und nein, wir wollen auch kein Geld bezahlen für die Python. Die findet zur Not schon ihr Essen...
Um halb 4 morgens fahren wir dann Pete zum Flughafen. Bischof schläft auf dem Rücksitz, ich fahre und Teuta hat die dankenswerte Aufgabe, mich wach zu halten. Hab natürlich nix getrunken, war aber todmüde.
Am nächsten Tag dann schlafen wir lange, gehen nach SouthBeach, ich kaufe zwei Sonnenbrillen (eine für Bischof, weil ich seine verloren hab und eine für mich) und wir hängen am Strand rum. Abends dann fahren Teuta, Nic und ich essen zum Italiener, Bischof schläft. Party machen wir heute keine mehr, ich will nicht wieder so müde Auto fahren, wenn ich Teuta und Nic um halb drei heut nacht nach Fort Lauderdale fahre. Wir gehen also etwas früher ins Bett, ich fahre die beiden zum Flughafen und höre mir auf der Rückfahrt Stillmatic von Nas an, bei voller Lautstärke. Die Mucke ist fett genug, um mich 30 Minuten lang mit Rapadrenalin zu versorgen. Ich bleibe hellwach und fahre sicher zurück zum Hotel.
Am kommenden Tag machen Bischof und ich einen Ruhetag. Wir schlafen lange, bringen das Auto zurück zu Alamo nach SouthBeach und laufen drei Stunden lang den SouthBeach hinauf. Irgendwann erreichen wir unser Hotel, ich schreibe mein MidTermPaper für Ethics zu Ende, schicke es zu Feldman und wir gehen pennen. Am nächsten Tag gehts dann zum Port of Miami, wo die Norwegian Sky schon vor Anker liegt.
So schlimm wie in Prof. Feldmans Email wars nu auch wieder nicht in Florida (siehe Komisch Fakten)... Wir hatten ne schöne Zeit, haben viel erlebt und viel gesehen und die Gruppendynamik war sehr... dynamisch! Diskutiert wurde über homosexuelle Paare, die Kinder adoptieren wollen, Healthcare und und und...
Geiler Roadtrip, würd ich wieder machen, wenn ich vielleicht auch das nächste Mal Sarasota und Sanibel Island zugunsten der Keys weglassen würde. Und tendenziell gilt natürlich immer: jede Frau in der Gruppe vermindert die Anzahl er hirnlosen Machosprüche um die Hälfte! Wir hätten mehr Frauen gebraucht... ;-)
PS. Falls er meine Foddos säha wellet, die gibts schbäder! Aber so als kloiner Vorgschmack:
Mittwoch, 10. März 2010
- Komische Fakten VIII -
Eine Email, die mir ein Professor gerade eben geschrieben hat:
"Hi Stefan,
I have already read most of the draft that you sent me on Monday. That seemed OK. I have a couple of comments. But I had to quit reading because I was giving a talk. I needed to prepare my PowerPoint and handout. I will try to finish reading the current draft. I will send an email as soon as I have finished.
I hope you enjoy your trip to Florida. I think it's a *horrible* state. Quite a lot of it is really ugly. Some nasty people. Garish in the south. They have done their best to ruin the Everglades and the beaches. One huge ugly mall.
[Name]"
"Hi Stefan,
I have already read most of the draft that you sent me on Monday. That seemed OK. I have a couple of comments. But I had to quit reading because I was giving a talk. I needed to prepare my PowerPoint and handout. I will try to finish reading the current draft. I will send an email as soon as I have finished.
I hope you enjoy your trip to Florida. I think it's a *horrible* state. Quite a lot of it is really ugly. Some nasty people. Garish in the south. They have done their best to ruin the Everglades and the beaches. One huge ugly mall.
[Name]"
Dienstag, 9. März 2010
Die Tage vor Springbreak...
Montag.
7.40. Cashin. Mein Wecker geht an. JayZ bringt Energie am frühen morgen. Ich springe aus dem Bett und schalte meinen Laptop an. Während er hochfährt, geh ich ins Bad. Als ich zurückkomme, lade ich den neuesten Podcast der BBC via ITunes herunter. Nachrichten aus aller Welt, eine halbstündige, tägliche Sendung. Ich höre das Programm, während ich meine Cereals frühstücke. Eine Mischung aus Kelloggs Smacks und Cornflakes in einer Schachtel und Cornflakes mit getrockneten Erdbeerstücken in der anderen Schachtel. Beides organisch. Ich kippe den Inhalt beider Schachteln und zusammen und schütte Milch dazu (Whole milk! nicht dieses dünne Gesöff!), während ich über die Wahl im Iraq informiert werde. Den Schluss der Nachrichtensendung höre ich im Bad, während ich meine Zähne putze und mich rasiere. Ich packe eine Banane aus der Dininghall zu meinen Unterlagen und meinem Laptop in den Rucksack und breche auf.
8.30. CampusCenter. Das kleine Café macht gerade auf, als ich ankomme. Ich erstehe einen Citycobb-salad. Der besteht aus grünem Salat, Ziegenkäse, Speck, Karottenstückchen und einigen eingelegten Tomaten. Mein Lieblingssalad. An meinem Friseur vorbei durchquere ich den Untergrundtunnel hinüber zum Student-Union-Gebäude. Meine Trinkflasche fülle ich am Trinkwasserbrunnen auf. Mein Vorrat bis heute abend ist nun fast komplett.
8.40. DuBois-Bibliothek. Nachdem ich an dem kleinen Kiosk am Eingang der 24-stöckigen Hochhausbibliothek einen Schoko-muffin (das können die Amis! Mjam!) gekauft habe, besteige ich den Aufzug und fahre hinauf in den 20ten Stock. Dort suche ich mir einen Arbeitstisch mit Blick auf die Kirche und den Campussee. Dann beginne ich die Arbeit an meinem Midtermpaper.
10.00 Bibliothek. Ich lege eine kleine Pause ein, um Emails zu checken. Wir haben immer noch kein Motel in KeyWest... Mist, das sollten wir bald hinbekommen. Ich chatte kurz mit Nic, wir aktualisieren die Facebookgruppe. Ich bitte alle Floridateilnehmer, nach Motels zu suchen. Gemeinsam sind wir schneller. Dann zurück zum Midtermpaper.
12.30. Bibliothek. An meinem Arbeitsplatz esse ich meinen Salad, während ich eine Folge Weeds schaue. Die letzte Folge der vierten Staffel. Grosses Fernsehen! Nach einer halben Stunde gehts zurück zum Midtermpaper.
Irgendwann am Nachmittag: Zwei Hände kneifen mich in die Hüften. Teuta ist da. Kurze Pause. Dann zurück zum Midtermpaper.
6.50. Bibliothek.Nach zwei weiteren kleinen Toilettenpausen verlasse ich die Bibliothek und gehe nach Bartlett-Hall. Dort beginnt um 7.00 mein Ethikseminar. Ich habe heute 11 Seiten geschrieben. Mein effektivster Tag seitdem ich studiere.
9.30. Bartlett. Ende meines Ethikseminars. Ich mache mich auf den Nachhauseweg. Zu Fuß etwa 15 Minuten. Ich höre Musik. Viva la Vida von Coldplay.
9.50. Pita Pit. Ich war etwas langsamer als erwartet. Ich betrete Pita Pit, wo ich einen Pita bekomme ("Now go away!").
10.00. Cashin. Ich mach etwas über 50 Liegestützen.
10.04. Cashin. Ich dusche. Warm und lange.
10.20. Cashin. Alessandras Zimmer. Wir trinken mehrere Tees zusammen und ich essen meine Pita (feminin?). Wir diskutieren über folgende Aussage meines Professors (Feldman): "From the fact that something is true, it doesn't follow that it is unalterably true". Unsere Köpfe rauchen.
11.30. Cashin. Mein Zimmer. Ich habe einen Korb voll frischer Wäsche in meinem Zimmer. Den sortiere ich, während ich meinem Audio-book lausche. A Storm of Swords. Um 12 bin ich fertig mit dem Zimmer in Ordnung bringen und lege mich ins Bett. Mein Audio-book läuft.
Ca. 12.45. Cashin. Ich schalte den IPod aus und schlafe.
Morgen kommt noch so ein Tag. Und Mittwoch. Freitag morgen wird es vorbei sein. Dann steigen wir um 7.00 morgens in den Peter Pan Bus nach New York City. Zweieinhalb Stunden haben wir bis zum Flughafen. Das müsste reichen.
Ach ja, was ich vergessen habe. Mein Midtermpaper macht mir Spass! :-)

Florida, wir rocken Dich!
7.40. Cashin. Mein Wecker geht an. JayZ bringt Energie am frühen morgen. Ich springe aus dem Bett und schalte meinen Laptop an. Während er hochfährt, geh ich ins Bad. Als ich zurückkomme, lade ich den neuesten Podcast der BBC via ITunes herunter. Nachrichten aus aller Welt, eine halbstündige, tägliche Sendung. Ich höre das Programm, während ich meine Cereals frühstücke. Eine Mischung aus Kelloggs Smacks und Cornflakes in einer Schachtel und Cornflakes mit getrockneten Erdbeerstücken in der anderen Schachtel. Beides organisch. Ich kippe den Inhalt beider Schachteln und zusammen und schütte Milch dazu (Whole milk! nicht dieses dünne Gesöff!), während ich über die Wahl im Iraq informiert werde. Den Schluss der Nachrichtensendung höre ich im Bad, während ich meine Zähne putze und mich rasiere. Ich packe eine Banane aus der Dininghall zu meinen Unterlagen und meinem Laptop in den Rucksack und breche auf.
8.30. CampusCenter. Das kleine Café macht gerade auf, als ich ankomme. Ich erstehe einen Citycobb-salad. Der besteht aus grünem Salat, Ziegenkäse, Speck, Karottenstückchen und einigen eingelegten Tomaten. Mein Lieblingssalad. An meinem Friseur vorbei durchquere ich den Untergrundtunnel hinüber zum Student-Union-Gebäude. Meine Trinkflasche fülle ich am Trinkwasserbrunnen auf. Mein Vorrat bis heute abend ist nun fast komplett.
8.40. DuBois-Bibliothek. Nachdem ich an dem kleinen Kiosk am Eingang der 24-stöckigen Hochhausbibliothek einen Schoko-muffin (das können die Amis! Mjam!) gekauft habe, besteige ich den Aufzug und fahre hinauf in den 20ten Stock. Dort suche ich mir einen Arbeitstisch mit Blick auf die Kirche und den Campussee. Dann beginne ich die Arbeit an meinem Midtermpaper.
10.00 Bibliothek. Ich lege eine kleine Pause ein, um Emails zu checken. Wir haben immer noch kein Motel in KeyWest... Mist, das sollten wir bald hinbekommen. Ich chatte kurz mit Nic, wir aktualisieren die Facebookgruppe. Ich bitte alle Floridateilnehmer, nach Motels zu suchen. Gemeinsam sind wir schneller. Dann zurück zum Midtermpaper.
12.30. Bibliothek. An meinem Arbeitsplatz esse ich meinen Salad, während ich eine Folge Weeds schaue. Die letzte Folge der vierten Staffel. Grosses Fernsehen! Nach einer halben Stunde gehts zurück zum Midtermpaper.
Irgendwann am Nachmittag: Zwei Hände kneifen mich in die Hüften. Teuta ist da. Kurze Pause. Dann zurück zum Midtermpaper.
6.50. Bibliothek.Nach zwei weiteren kleinen Toilettenpausen verlasse ich die Bibliothek und gehe nach Bartlett-Hall. Dort beginnt um 7.00 mein Ethikseminar. Ich habe heute 11 Seiten geschrieben. Mein effektivster Tag seitdem ich studiere.
9.30. Bartlett. Ende meines Ethikseminars. Ich mache mich auf den Nachhauseweg. Zu Fuß etwa 15 Minuten. Ich höre Musik. Viva la Vida von Coldplay.
9.50. Pita Pit. Ich war etwas langsamer als erwartet. Ich betrete Pita Pit, wo ich einen Pita bekomme ("Now go away!").
10.00. Cashin. Ich mach etwas über 50 Liegestützen.
10.04. Cashin. Ich dusche. Warm und lange.
10.20. Cashin. Alessandras Zimmer. Wir trinken mehrere Tees zusammen und ich essen meine Pita (feminin?). Wir diskutieren über folgende Aussage meines Professors (Feldman): "From the fact that something is true, it doesn't follow that it is unalterably true". Unsere Köpfe rauchen.
11.30. Cashin. Mein Zimmer. Ich habe einen Korb voll frischer Wäsche in meinem Zimmer. Den sortiere ich, während ich meinem Audio-book lausche. A Storm of Swords. Um 12 bin ich fertig mit dem Zimmer in Ordnung bringen und lege mich ins Bett. Mein Audio-book läuft.
Ca. 12.45. Cashin. Ich schalte den IPod aus und schlafe.
Morgen kommt noch so ein Tag. Und Mittwoch. Freitag morgen wird es vorbei sein. Dann steigen wir um 7.00 morgens in den Peter Pan Bus nach New York City. Zweieinhalb Stunden haben wir bis zum Flughafen. Das müsste reichen.
Ach ja, was ich vergessen habe. Mein Midtermpaper macht mir Spass! :-)

Florida, wir rocken Dich!
Donnerstag, 4. März 2010
Samstag, 27. Februar 2010
- Komische Fakten VII -
Freitag, 26. Februar 2010
Vagina
Ich war gerade im Theater. The Vagina Monologues. War ziemlich viel drinnen, von dumm über saulustig bis geistreich. Noch immer werden in 28 Ländern dieser Welt Klitorisbeschneidungen vorgenommen. Die Klitoris ist ein überaus empfindsames Stückchen weiblicher Körper und ich bin da ja als Mann und Nichtbiologe wirklich kein Experte was die Fakten angeht, aber als die im Theater meinten, dass die Klitoris von den Nervenbündeln her mehr als doppelt so empfindsam ist als der komplette männliche Penis (auf einer bedeutend kleineren Fläche!), da bekommt man (auch als Mann) einen groben Eindruck davon, wie es sein muss, wenn die Klitoris mit einer scharfkantigen Glasscherbe herausgeschnitten wird.
Das Theaterstück ist dazu gedacht, für ein paar Stunden den Fokus der Aufmerksamkeit auf eines zu richten: Vaginas. Und da wird dann nicht nur aufgeklärt, was weltweit in Sachen Vergewaltigung und den psychische Folgen vorgeht, sondern eben auch über Selbstbefriedigung und das daraus resultierende weiblich-sexuelle Selbstvertrauen gesprochen. Thematisiert wurde da zum Beispiel ein Vagina-Seminar, in welchem die teilnehmenden Frauen von der Seminarleiterin mit einem Handspiegel und dem Hinweis ausgestattet wurden, sich bis morgen mal so richtig ausgiebig 'unten rum' zu betrachten.
Der Philosoph John Stuart Mill hat in seinem 1859 erschienenen Werk 'Über die Freiheit' davon gesprochen, dass ein Mensch, solange er die Freiheit der anderen nicht einschränkt, frei ist zu tun, was er möchte. Ausdrücklich wurde da auch der eigene Körper erwähnt. Dieser 'freigeistige' Ansatz ist heute jedoch vielerorts noch immer verpönt. Zum Beispiel waren in vielen amerikanischen Staaten (u.a. natürlich Alabama und Texas) Vibratoren lange Zeit illegal.
Ich habe in meinem Leben nun schon einige Gespräche mit Frauen über ihr Verhältnis zur Vagina geführt und wenngleich ich seeeeeehr fern davon bin, da durchzublicken... ich glaube, es ist gut, dass Mädels da an die Hand genommen und aufgeklärt werden und ihnen beigebracht wird, dass es nicht schmutzig oder verwerflich oder moralisch schlecht ist, zu wissen wie der eigene Körper funktioniert (vice versa für die Jungs, wobei man sich da wahrscheinlich weniger Sorgen machen muss).
Es kann nur von Vorteil sein, den eigenen Körper zu kennen und einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen Sexualität zu pflegen. Ob da dann vier Studentinnen auf der Bühne stehen müssen um das Publikum dazu aufzumuntern, in ihre jubelnden 'cunt'-Rufe (etwa 'Fotze') mit einzufallen, sei aus geschmacklicher Perspektive einmal dahingestellt. Provokative Grenzüberschreitungen dürfen ruhig ab und an unternommen werden, wenn es dem Zweck dienlich ist. Hier wird versucht, psychische Schranken niederzureißen. Das ist heute abend höchstwahrscheinlich in einigen Fällen gelungen.
Das Theaterstück ist dazu gedacht, für ein paar Stunden den Fokus der Aufmerksamkeit auf eines zu richten: Vaginas. Und da wird dann nicht nur aufgeklärt, was weltweit in Sachen Vergewaltigung und den psychische Folgen vorgeht, sondern eben auch über Selbstbefriedigung und das daraus resultierende weiblich-sexuelle Selbstvertrauen gesprochen. Thematisiert wurde da zum Beispiel ein Vagina-Seminar, in welchem die teilnehmenden Frauen von der Seminarleiterin mit einem Handspiegel und dem Hinweis ausgestattet wurden, sich bis morgen mal so richtig ausgiebig 'unten rum' zu betrachten.
Der Philosoph John Stuart Mill hat in seinem 1859 erschienenen Werk 'Über die Freiheit' davon gesprochen, dass ein Mensch, solange er die Freiheit der anderen nicht einschränkt, frei ist zu tun, was er möchte. Ausdrücklich wurde da auch der eigene Körper erwähnt. Dieser 'freigeistige' Ansatz ist heute jedoch vielerorts noch immer verpönt. Zum Beispiel waren in vielen amerikanischen Staaten (u.a. natürlich Alabama und Texas) Vibratoren lange Zeit illegal.
Ich habe in meinem Leben nun schon einige Gespräche mit Frauen über ihr Verhältnis zur Vagina geführt und wenngleich ich seeeeeehr fern davon bin, da durchzublicken... ich glaube, es ist gut, dass Mädels da an die Hand genommen und aufgeklärt werden und ihnen beigebracht wird, dass es nicht schmutzig oder verwerflich oder moralisch schlecht ist, zu wissen wie der eigene Körper funktioniert (vice versa für die Jungs, wobei man sich da wahrscheinlich weniger Sorgen machen muss).
Es kann nur von Vorteil sein, den eigenen Körper zu kennen und einen selbstbewussten Umgang mit der eigenen Sexualität zu pflegen. Ob da dann vier Studentinnen auf der Bühne stehen müssen um das Publikum dazu aufzumuntern, in ihre jubelnden 'cunt'-Rufe (etwa 'Fotze') mit einzufallen, sei aus geschmacklicher Perspektive einmal dahingestellt. Provokative Grenzüberschreitungen dürfen ruhig ab und an unternommen werden, wenn es dem Zweck dienlich ist. Hier wird versucht, psychische Schranken niederzureißen. Das ist heute abend höchstwahrscheinlich in einigen Fällen gelungen.
Mittwoch, 24. Februar 2010
Sonntag, 21. Februar 2010
TrueLoveRevolution
Letzter Eintrag vor 10 Tagen? Puh, wie die Zeit vergeht... Ich hab wieder angefangen, etwas regelmaessiger Gitarre zu ueben, lese weiterhin wie bloed und hab dem Steff meine Bereitschaft mitgeteilt, ueber den Sommer hinweg in seiner Ende des Jahres zu gruendenden Firma den Schriftfuehrer zu geben und vielleicht ein paar nette Ideen beizusteuern - vorausgesetzt natuerlich, der Rest des Teams ist mit meiner Mitarbeit einverstanden! Ist eine spannende Idee, die letztes Jahr eine Jury der deutschen Wirtschaft so sehr ueberzeugt hat, dass sie dem Steff einen Preis plus Zusicherung einer Finanzierung bis zur Firmengruendung zugesichert haben. Waere cool, in diesem Team eine Rolle zu spielen!
Ansonsten nervt mich grade Amherst - also als Stadt. Selten hab ich so sehr die wirkliche Welt vermisst, wie in diesen Tagen. Es ist so frustrierend zu sehen, dass die ganze Stadt einfach nur fuer Studenten angelegt ist. Und geht man unter der Woche ins Kino, sitzt man alleine im Saal, schlendert alleine durch die Strassen und sitzt alleine im Bus nach Hause. Aaaaaaah, einfach malwieder unter normale Menschen, waere ganz nett!
Ansonsten is bei mir alles klar. Habe grade mit Prof. Feldman das Thema meines MidTermPapers ausgemacht ("Muss eine direkte und verstaendliche Handlungsanweisung Teil einer Moraltheorie sein?"), studiere weiterhin begeistert die Schriften von John Rawls, diskutiere mit Teuta ueber Menschenwuerde und wundere mich ueber diese Harvard-Studentin, die grade eine "True Love Revolution" (http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,677556,00.html) anzettelt und den Leuten erklaeren moechte, dass Sex vor der Ehe und ueberhaupt Promiskuitaet zu einer Schaedigung der Menschenwuerde und einer Verminderung des Selbstwertgefuehls fuehrt. Ich glaube, meine Meinung ueber die ganze Sache laesst sich - nach 3 Minuten intuitiven Ueberlegens - wie folgt ausdruecken:
"Wenn zwei Menschen damit einverstanden sind, dann spricht nix dagegen, dass sie miteinander machen, was sie wollen. Menschenwuerde, so es sie denn gibt, was zweifelhaft ist, wird durch Sex nicht geschaedigt. Wer verantwortungsvoll mit Sex umgeht, dessen Selbswertgefuehl wird durch Sex nicht vermindert."
Gut, ueber die Punkte kann man jetzt wahrscheinlich diskutieren...
Heut abend geh ich ins Kino, Shutter Island, der aktuelle Film von Martin Scorsese, Regisseur, und Leo diCaprio (Hauptdarsteller). Unter anderem haben die beiden ja "The Departed" zusammen ge-remaked, was ein ziemlich geiler Film war. Bin also gespannt!
Ansonsten nervt mich grade Amherst - also als Stadt. Selten hab ich so sehr die wirkliche Welt vermisst, wie in diesen Tagen. Es ist so frustrierend zu sehen, dass die ganze Stadt einfach nur fuer Studenten angelegt ist. Und geht man unter der Woche ins Kino, sitzt man alleine im Saal, schlendert alleine durch die Strassen und sitzt alleine im Bus nach Hause. Aaaaaaah, einfach malwieder unter normale Menschen, waere ganz nett!
Ansonsten is bei mir alles klar. Habe grade mit Prof. Feldman das Thema meines MidTermPapers ausgemacht ("Muss eine direkte und verstaendliche Handlungsanweisung Teil einer Moraltheorie sein?"), studiere weiterhin begeistert die Schriften von John Rawls, diskutiere mit Teuta ueber Menschenwuerde und wundere mich ueber diese Harvard-Studentin, die grade eine "True Love Revolution" (http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,677556,00.html) anzettelt und den Leuten erklaeren moechte, dass Sex vor der Ehe und ueberhaupt Promiskuitaet zu einer Schaedigung der Menschenwuerde und einer Verminderung des Selbstwertgefuehls fuehrt. Ich glaube, meine Meinung ueber die ganze Sache laesst sich - nach 3 Minuten intuitiven Ueberlegens - wie folgt ausdruecken:
"Wenn zwei Menschen damit einverstanden sind, dann spricht nix dagegen, dass sie miteinander machen, was sie wollen. Menschenwuerde, so es sie denn gibt, was zweifelhaft ist, wird durch Sex nicht geschaedigt. Wer verantwortungsvoll mit Sex umgeht, dessen Selbswertgefuehl wird durch Sex nicht vermindert."
Gut, ueber die Punkte kann man jetzt wahrscheinlich diskutieren...
Heut abend geh ich ins Kino, Shutter Island, der aktuelle Film von Martin Scorsese, Regisseur, und Leo diCaprio (Hauptdarsteller). Unter anderem haben die beiden ja "The Departed" zusammen ge-remaked, was ein ziemlich geiler Film war. Bin also gespannt!
Donnerstag, 11. Februar 2010
Hrmgpf - Ein Alltag
Hrmgpf...das ist das Geräusch, mit dem ich mich in diesen Tagen morgens aus dem Bett hieve. Heut morgen den Wecker auf 7.30 Uhr gestellt, aufgewacht und direkt im Bett geblieben und lesen angefangen. Rawls Theory of Justice, die letzen beiden Kapitel, die ich für heute fertig lesen musste. Um 8 habe ich dann Julia im Skype erwartet, die aber leider verhindert war und deshalb Mutti einen stattlichen Julia-Ersatz abgab. 10 Minuten telefoniert, dann weitergelesen bis 9. Dann war ich mit Rawls durch. Aufgestanden, den neuen BBC-WorldNews Podcast für heute runtergeladen, während meines Cereal-Frühstücks das Neueste über die Finanzkrise in Griechenland, Toyota und den Iran gehört. Danach dann weitergelesen, Robert Nozicks Kritik an Rawls. 40 Seiten, würde ich wohl nicht mehr schaffen bis zum Seminar um 4. Aber so viel wie möglich halt, ne?!
Dann klopfte Will und meinte, er fahre zum Supermarkt, ob ich in begleiten wolle, er fliege morgen heim übers Wochenende nach San Francisco und das wäre quasi meine letzte Chance für einige Tage. Kühlschrank leer, ich also mit der Begleitung meines IPods schnell ins Bad und danach in Wills BMW auf in Richtung Big Y.
Um 11.23 Uhr wieder in meinem Zimmer gewesen, Einkäufe eingeräumt, und weitergelesen. Konzentration hat dann irgendwann nachgelassen. Dann kam der Herr Bischof online und wir haben unseren FloridaTrip für die SpringBreakPause geplant. Am 12. März flieg ich mit Teuta nach Orlando, wo wir den Bischof am Flughafen treffen. Dann holen wir unseren vorbestellten SUV am Flughafen ab und fahren ins Motel. Am Samstag landen dann Nic und sein Kollege in Orlando und das Team ist komplett.
Geplant ist bislang nicht viel, wir werden eine Woche die Ostküste runterfahren, Party machen und die Everglades und ein Dali-Museum anschauen, am Strand schlafen und Sonnenuntergänge sehen. Vielleicht reichts uns runter nach KeyWest, den südlichsten Punkt der USA, von dem aus man in ca. 90 Meilen Entfernung Cuba sehen kann.
Am Samstag der gleichen Woche werden Bischof und ich dann alleine sein, da die anderen wieder heimfahren, da am Montag das Semester wieder startet. Bischof/Leber werden ein Schiff besteigen und ein paar Tage in der wilden Karibik verbringen. Gebucht haben wir heute. Wird bestimmt richtig geil, da freu ich mich drauf (Bischof will mir nen Anzug mitbringen und dann in Nassau ins Casino - a la Bond und so...).
Dann um 4 hatte ich Rawls Seminar. War sehr genial, wie immer. Eine wahnsinnig interessante Theorie der Gerechtigkeit, mit einem guten Dozenten und einem sehr guten Professoren, der quasi als Gasthörer mit drinnen sitzt und ab und an ein schlaues Kommentar abgibt - super. Danach heim und Jakob im Skype getroffen. Der hat mir seinen selbst produzierten Film geschickt und seine Kurzgeschichte. Hab dann Alessandra eingeladen und wir haben den Film kurz angeschaut und anschließend Jakob über Skype unsere Meinung gesagt. Schade, dass die Anfangsszenen des Drehbuchs (das ich gelesen hab) nicht in den Film geschafft haben. Eine Mörder-Endeinstellung, das muss man dem Jay lassen!! Hab ihm dann um unseren kreativen Austausch zu vervollständigen noch zwei meiner Gedichte geschickt, von denen er eines trotz oder wegen seines angetrunkenen Zustandes (für ihn wars halb 4 morgens) sogar gemocht hat.
Grade hab ich ne Folge 24 geschaut und ne Folge Weeds. Eben im Moment schreibe ich einen Bog-eintrag und gleich werde ich mir es zu meinem Hörbuch 'A Storm of Swords' in meinem Bett gemütlich machen. Kurz bevor ich das Bewusstsein verliere, werde ich den OFF-Knopf betätigen und in den Schlaf sinken.
Wenn ich morgen aufwache, werde ich als erstes meine Emails checken. Gute Nacht, Julia!
Bacio.

You'll rock that! ;-)
Dann klopfte Will und meinte, er fahre zum Supermarkt, ob ich in begleiten wolle, er fliege morgen heim übers Wochenende nach San Francisco und das wäre quasi meine letzte Chance für einige Tage. Kühlschrank leer, ich also mit der Begleitung meines IPods schnell ins Bad und danach in Wills BMW auf in Richtung Big Y.
Um 11.23 Uhr wieder in meinem Zimmer gewesen, Einkäufe eingeräumt, und weitergelesen. Konzentration hat dann irgendwann nachgelassen. Dann kam der Herr Bischof online und wir haben unseren FloridaTrip für die SpringBreakPause geplant. Am 12. März flieg ich mit Teuta nach Orlando, wo wir den Bischof am Flughafen treffen. Dann holen wir unseren vorbestellten SUV am Flughafen ab und fahren ins Motel. Am Samstag landen dann Nic und sein Kollege in Orlando und das Team ist komplett.
Geplant ist bislang nicht viel, wir werden eine Woche die Ostküste runterfahren, Party machen und die Everglades und ein Dali-Museum anschauen, am Strand schlafen und Sonnenuntergänge sehen. Vielleicht reichts uns runter nach KeyWest, den südlichsten Punkt der USA, von dem aus man in ca. 90 Meilen Entfernung Cuba sehen kann.
Am Samstag der gleichen Woche werden Bischof und ich dann alleine sein, da die anderen wieder heimfahren, da am Montag das Semester wieder startet. Bischof/Leber werden ein Schiff besteigen und ein paar Tage in der wilden Karibik verbringen. Gebucht haben wir heute. Wird bestimmt richtig geil, da freu ich mich drauf (Bischof will mir nen Anzug mitbringen und dann in Nassau ins Casino - a la Bond und so...).
Dann um 4 hatte ich Rawls Seminar. War sehr genial, wie immer. Eine wahnsinnig interessante Theorie der Gerechtigkeit, mit einem guten Dozenten und einem sehr guten Professoren, der quasi als Gasthörer mit drinnen sitzt und ab und an ein schlaues Kommentar abgibt - super. Danach heim und Jakob im Skype getroffen. Der hat mir seinen selbst produzierten Film geschickt und seine Kurzgeschichte. Hab dann Alessandra eingeladen und wir haben den Film kurz angeschaut und anschließend Jakob über Skype unsere Meinung gesagt. Schade, dass die Anfangsszenen des Drehbuchs (das ich gelesen hab) nicht in den Film geschafft haben. Eine Mörder-Endeinstellung, das muss man dem Jay lassen!! Hab ihm dann um unseren kreativen Austausch zu vervollständigen noch zwei meiner Gedichte geschickt, von denen er eines trotz oder wegen seines angetrunkenen Zustandes (für ihn wars halb 4 morgens) sogar gemocht hat.
Grade hab ich ne Folge 24 geschaut und ne Folge Weeds. Eben im Moment schreibe ich einen Bog-eintrag und gleich werde ich mir es zu meinem Hörbuch 'A Storm of Swords' in meinem Bett gemütlich machen. Kurz bevor ich das Bewusstsein verliere, werde ich den OFF-Knopf betätigen und in den Schlaf sinken.
Wenn ich morgen aufwache, werde ich als erstes meine Emails checken. Gute Nacht, Julia!
Bacio.

You'll rock that! ;-)
Sonntag, 7. Februar 2010
Beyond Anxiety
The thing I am afraid of most
is letting fear control my life.
I am to fight it - at all cost -
not to regret. Therefore I strive
towards the new, into the blue.
Anxiety is bliss' mother.
Conquer her and you'll discover
the loveliness that lies beyond.
Never are we to surrender
our courage to commit,
for our bonds are our anchor.
Devoid of hold we are but skit.
Seeming ironically cruel,
my life can be so beautiful,
that I am terrified by it.
is letting fear control my life.
I am to fight it - at all cost -
not to regret. Therefore I strive
towards the new, into the blue.
Anxiety is bliss' mother.
Conquer her and you'll discover
the loveliness that lies beyond.
Never are we to surrender
our courage to commit,
for our bonds are our anchor.
Devoid of hold we are but skit.
Seeming ironically cruel,
my life can be so beautiful,
that I am terrified by it.
Mittwoch, 3. Februar 2010
Dienstag, 2. Februar 2010
Lieber Benedikt...
Ich beschäftige mich dieses Semester unter anderem mit Menschrechten. Die politische Philosophie von John Rawls könnte, so denke ich im Moment, eine vernünftige Basis für die Entwicklung universeller, also für alle Menschen gültigen, Rechte darstellen. Eine derartige Ansammlung an Menschenrechten, für die sich, wie ich denke, vernünftigerweise zwingend argumentieren lässt, würde unter anderem folgendes verbieten:
- Einsperren und Töten von Menschen, die ihre Meinung äußern, wie in Iran oder China praktiziert.
- Klitoris-Beschneidung von Mädchen in Afrika.
- Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen.
- Recht auf persönliche Entfaltung, das nur von der Freiheit der Mitmenschen eingeschränkt wird (die Freiheit meiner Faust hört da auf, wo die Nase meines Nebenmannes anfängt).
Mit diesen Gedanken im Hintergrund lese ich tagtäglich diverse OnlineMedien und höre seit Neuem auch den BBC Global News PodCast. Und da stoße ich dann manchmal auf Dinge, bei denen sich mir die Haare zu Berge stellen, ich zornig rot anlaufe, meine Pulsadern rasen und bei mir der nachhaltige Wunsch entsteht, mein Lieblingsthema wieder einmal zu thematisieren. Man schaue sich zu diesem Zwecke einmal das hier an:
http://www.zeit.de/gesellschaft/2010-02/grossbritannien-papst-homosexuelle
Der Papst fliegt nach England und kritisiert ein Gesetz, das der Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen am Arbeitsplatz vorbeugen soll. Wie bitte? WAS?! Hä? ...ahem... warum? Ja, man mag sich im ersten Moment fragen, warum der das macht. Ist er einfach nur ein Vollidiot, der nicht versteht, was er da tut? Unwahrscheinlich - der Papst ist aller Wahrscheinlichkeit nach recht intelligent - spricht ja Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Latein und so und ist recht gut gebildet. Also warum? Ist er einfach ein böser Mensch? Eher unwahrscheinlich. Der Papst ist glaube ich ein ganz netter Mann. Ich würde gerne mal einen Tee mit ihm trinken.
Die Antwort muss wohl lauten: Der Papst folgt konsequent den Doktrinen seiner Kirche. Und die findet nunmal, dass Homosexuelle irgendwie das 'natürliche Recht' seiner Glaubensgemeinschaft bedrohen. Und Frauen auch.
Bleibt die Frage offen: Erkennt der Papst selbst, wie unmoralisch er handelt und ist eben nur den Zwängen seiner Kirche unterworfen? Oder glaubt der Typ das alles wirklich? Interessant ist dann die Frage, wie lange sich die Katholiken unserer 'aufgeklärten' Welt das noch anschauen. Einige sagen ja immer noch: 'Gut, der Papst sagt manchmal Sachen, mit denen ich nicht so einverstanden bin, aber im Großen und Ganzen sind die Werte ja schon toll, die da vermittelt werden! Mit der Gemeinschaft und dem Singen und so.'
Ich jedenfalls verstehe die Welt mal wieder nicht und frage mich, wann der Papst eigentlich das nächste Mal nach Afrika fliegt, um den Leuten dort unten in gutem Glauben zu verbieten, Verhütungsmittel zu benutzen. Und das obwohl wissenschaftliche Erhebungen zeigen, dass die Verbreitung von Kondomen die Anzahl der HIV-Erkrankungen vermindert. Vielleicht sollten wir guten Glauben durch gesunden Zweifel ersetzen.
Es ist eine interessante Zeit, in der wir leben: die nach der Meinung von millionen Gläubigen entscheidende moralische Instanz in unserem Universum arbeitet einer Verbreitung der Menschenrechte (hier im Speziellen: Gleichbehandlung) entgegen. Der Grund ist: sie war nie eine vernünftige moralische Instanz; und insbesondere heute offenbart sie sich beinahe täglich als verkrusteter, überholter Apparat, der den Ansprüchen einer aufgeklärten, vernünftigen Moral nicht gerecht werden kann, ohne sich selbst zu widersprechen.
An alle Ratten: verlasst das sinkende Schiff!
In gutem Glauben rate ich: Raus da.
- Einsperren und Töten von Menschen, die ihre Meinung äußern, wie in Iran oder China praktiziert.
- Klitoris-Beschneidung von Mädchen in Afrika.
- Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen.
- Recht auf persönliche Entfaltung, das nur von der Freiheit der Mitmenschen eingeschränkt wird (die Freiheit meiner Faust hört da auf, wo die Nase meines Nebenmannes anfängt).
Mit diesen Gedanken im Hintergrund lese ich tagtäglich diverse OnlineMedien und höre seit Neuem auch den BBC Global News PodCast. Und da stoße ich dann manchmal auf Dinge, bei denen sich mir die Haare zu Berge stellen, ich zornig rot anlaufe, meine Pulsadern rasen und bei mir der nachhaltige Wunsch entsteht, mein Lieblingsthema wieder einmal zu thematisieren. Man schaue sich zu diesem Zwecke einmal das hier an:
http://www.zeit.de/gesellschaft/2010-02/grossbritannien-papst-homosexuelle
Der Papst fliegt nach England und kritisiert ein Gesetz, das der Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen am Arbeitsplatz vorbeugen soll. Wie bitte? WAS?! Hä? ...ahem... warum? Ja, man mag sich im ersten Moment fragen, warum der das macht. Ist er einfach nur ein Vollidiot, der nicht versteht, was er da tut? Unwahrscheinlich - der Papst ist aller Wahrscheinlichkeit nach recht intelligent - spricht ja Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Latein und so und ist recht gut gebildet. Also warum? Ist er einfach ein böser Mensch? Eher unwahrscheinlich. Der Papst ist glaube ich ein ganz netter Mann. Ich würde gerne mal einen Tee mit ihm trinken.
Die Antwort muss wohl lauten: Der Papst folgt konsequent den Doktrinen seiner Kirche. Und die findet nunmal, dass Homosexuelle irgendwie das 'natürliche Recht' seiner Glaubensgemeinschaft bedrohen. Und Frauen auch.
Bleibt die Frage offen: Erkennt der Papst selbst, wie unmoralisch er handelt und ist eben nur den Zwängen seiner Kirche unterworfen? Oder glaubt der Typ das alles wirklich? Interessant ist dann die Frage, wie lange sich die Katholiken unserer 'aufgeklärten' Welt das noch anschauen. Einige sagen ja immer noch: 'Gut, der Papst sagt manchmal Sachen, mit denen ich nicht so einverstanden bin, aber im Großen und Ganzen sind die Werte ja schon toll, die da vermittelt werden! Mit der Gemeinschaft und dem Singen und so.'
Ich jedenfalls verstehe die Welt mal wieder nicht und frage mich, wann der Papst eigentlich das nächste Mal nach Afrika fliegt, um den Leuten dort unten in gutem Glauben zu verbieten, Verhütungsmittel zu benutzen. Und das obwohl wissenschaftliche Erhebungen zeigen, dass die Verbreitung von Kondomen die Anzahl der HIV-Erkrankungen vermindert. Vielleicht sollten wir guten Glauben durch gesunden Zweifel ersetzen.
Es ist eine interessante Zeit, in der wir leben: die nach der Meinung von millionen Gläubigen entscheidende moralische Instanz in unserem Universum arbeitet einer Verbreitung der Menschenrechte (hier im Speziellen: Gleichbehandlung) entgegen. Der Grund ist: sie war nie eine vernünftige moralische Instanz; und insbesondere heute offenbart sie sich beinahe täglich als verkrusteter, überholter Apparat, der den Ansprüchen einer aufgeklärten, vernünftigen Moral nicht gerecht werden kann, ohne sich selbst zu widersprechen.
An alle Ratten: verlasst das sinkende Schiff!
In gutem Glauben rate ich: Raus da.
Dienstag, 26. Januar 2010
Beschde Woche, wo gibt
Das Dilemma an einem Blog ist, dass man Zeit zum Schreiben finden muss, um all die erlebten schönen Dinge aufzuschreiben. Gerade aber wenn man schöne Dinge erlebt, findet man nicht die Zeit...
Das Semester hat einen Blitzstart hingelegt, von 0 auf 100 in etwas weniger als einer halben Woche. Alles ist wieder da. Die Kurse, die Bücher, die ausgedruckten Texte, die Kugelschreiber, die Gedanken, die Unverständlichkeit, die Begeisterung, ab und an das Gefühl von Erfolg beim Verstehen von Theorien, das Hin- und-Her-geworfen werden von den Argumenten und natürlich das leidenschaftlich Stellung beziehen (nur um dann drei Argumente später festzustellen, wie dämlich man war). Es fühlt sich gut an, wieder im Spiel zu sein. :-)
Am Wochenende hatten wir einen SnowCampingTrip geplant, der dann aber leider ausgefallen ist. Geplant war, mit acht Leuten in New Hampshire durch die White Mountains zu wandern und dann bei -20 Grad im Schnee die Zelte aufzuschlagen. Teuta und ich waren sehr enttäuscht, dass das nicht hingehauen hat, weil uns so ein blöder Schneesturm den Wind aus den Segeln... also, einen Strich durch die Rechnung gemacht hat! Kompensiert wurde das mit einigen netten Stündleins in Amherst Coffee, sowie mit einer ausgiebigen, sonnigen, sonntäglichen Joggingsession durch den weißen Wald. War super, vor allem, nachdem wir ungefähr drei Stunden lang Teutas ungeordnete (!!!) Musikdateien auf meinen alten Ipod gespielt haben – und dabei meine überwältigend ordentliche und typisch deutsche Itunes-Ordnung zerschossen haben... Nächste Woche ist Erstihütte mit Eisklettern! Mal schauen, ob ich da mitkomm...
Boston letztes Wochenende war super. Das NBA Spiel Boston Celtics gegen Portland Trail Blazers war sehr interessant zu sehen und (am Ende) sehr spannend. Wieder einmal allerdings fühle ich mich in meiner Einschätzung des Basketballsports an sich bestätigt. Drei Viertel des Spiels kannst du einfach, wie mein alter Fußballlehrer Kemal zu sagen pflegte, “de Haasa gäba”. Vor dem Spiel: geniale Stimmung, Musik, Trarara, Fangesänge, Nationalhymne, Mördershow, geile Mucke. Dann Einlauf der Spieler: theatralische Musik, alle feiern und gehen ab, die Lichtershow, die Lichter gehen aus, dann, aus der völligen Dunkelheit, der markerschütternde Schrei von Kevin “KG” Garnett auf dem Videowürfel – Gänsehaut pur. Und dann geht das Spiel los. Stille. Bis zum letzten Viertel versucht der Videowürfel ab und an, die Leute zu motivieren, ein wenig abzugehen. Klappen tuts aber nicht.
Dennoch: die Athletik und die Bewegungen waren sehr genial, mal live zu erleben. NBA ist halt schon was Besonderes.
Sodele, ich werde versuchen, wieder häufiger zu schreiben. Jetzt gehts ans Lesen!
tschü.
Hier noch einige, mehr oder weniger sinnvolle, Eindruecke aus Boston:
Das Semester hat einen Blitzstart hingelegt, von 0 auf 100 in etwas weniger als einer halben Woche. Alles ist wieder da. Die Kurse, die Bücher, die ausgedruckten Texte, die Kugelschreiber, die Gedanken, die Unverständlichkeit, die Begeisterung, ab und an das Gefühl von Erfolg beim Verstehen von Theorien, das Hin- und-Her-geworfen werden von den Argumenten und natürlich das leidenschaftlich Stellung beziehen (nur um dann drei Argumente später festzustellen, wie dämlich man war). Es fühlt sich gut an, wieder im Spiel zu sein. :-)
Am Wochenende hatten wir einen SnowCampingTrip geplant, der dann aber leider ausgefallen ist. Geplant war, mit acht Leuten in New Hampshire durch die White Mountains zu wandern und dann bei -20 Grad im Schnee die Zelte aufzuschlagen. Teuta und ich waren sehr enttäuscht, dass das nicht hingehauen hat, weil uns so ein blöder Schneesturm den Wind aus den Segeln... also, einen Strich durch die Rechnung gemacht hat! Kompensiert wurde das mit einigen netten Stündleins in Amherst Coffee, sowie mit einer ausgiebigen, sonnigen, sonntäglichen Joggingsession durch den weißen Wald. War super, vor allem, nachdem wir ungefähr drei Stunden lang Teutas ungeordnete (!!!) Musikdateien auf meinen alten Ipod gespielt haben – und dabei meine überwältigend ordentliche und typisch deutsche Itunes-Ordnung zerschossen haben... Nächste Woche ist Erstihütte mit Eisklettern! Mal schauen, ob ich da mitkomm...
Boston letztes Wochenende war super. Das NBA Spiel Boston Celtics gegen Portland Trail Blazers war sehr interessant zu sehen und (am Ende) sehr spannend. Wieder einmal allerdings fühle ich mich in meiner Einschätzung des Basketballsports an sich bestätigt. Drei Viertel des Spiels kannst du einfach, wie mein alter Fußballlehrer Kemal zu sagen pflegte, “de Haasa gäba”. Vor dem Spiel: geniale Stimmung, Musik, Trarara, Fangesänge, Nationalhymne, Mördershow, geile Mucke. Dann Einlauf der Spieler: theatralische Musik, alle feiern und gehen ab, die Lichtershow, die Lichter gehen aus, dann, aus der völligen Dunkelheit, der markerschütternde Schrei von Kevin “KG” Garnett auf dem Videowürfel – Gänsehaut pur. Und dann geht das Spiel los. Stille. Bis zum letzten Viertel versucht der Videowürfel ab und an, die Leute zu motivieren, ein wenig abzugehen. Klappen tuts aber nicht.
Dennoch: die Athletik und die Bewegungen waren sehr genial, mal live zu erleben. NBA ist halt schon was Besonderes.
Sodele, ich werde versuchen, wieder häufiger zu schreiben. Jetzt gehts ans Lesen!
tschü.
Hier noch einige, mehr oder weniger sinnvolle, Eindruecke aus Boston:
Dienstag, 19. Januar 2010
Klappe, die zweite.
Ich glaube, dass dieser Laden hier der einzige Ort hier in Amherst ist, den ich in meiner Zeit in Rio und Kalifornien wirklich vermisst habe. Amherst Coffee. Downtown, direkt neben der Bank of Amerika Filiale und vor dem Kino. Gedimmtes Licht, Glühbirnen, deren Drähte glühen, aber nicht wirklich für eine Erhellung des Raumes sorgen, diese neumodischen dicken grausilbernen Lüftungsrohre, die einfach so und ohne Verzierung schlicht an der Decke entlang führen, Holzmöbelgarnitur, Internetzugang und beschaulich-gediegene Instrumental/Loungemusik. Viele Studenten kommen hierher um zu schreiben, zu lesen oder eben auch um sich zu unterhalten. Außerdem serviert Amherst Coffee den einzig trinkbaren Capuccino (scheiße, ich weiß gerade echt nicht mehr, ob man Capuccino mit zwei 'p' schreibt...) in der näheren Umgebung. Also den einzigen, der nicht aus in heißes Wasser gekipptem Pulver besteht. Großartiges Setting für eine gemütliche Lesestunde und wenn ich darüber nachdenke, dann ist das wohl das sympathischste Cafe, in dem ich mich je befunden habe.
In meinem letzten Sommer in Konstanz habe ich das ja schon öfter mal gemacht. Einfach rausgehen und in irgendeinem Cafe ein Buch lesen. Dieses Semester habe ich einiges an Zeit für Amherst Coffe und ich bin richtig froh darum. Meine Kurse sind Ethics (Feldman, Montag, 19-21.30), Epistemology (Kornblith, Dienstag, 16-18.30) und Rawls (Garcia, Donnerstag, 16-18.30). Das lässt mir sehr viel Freiraum für persönliche Zeiteinteilung – also genau das, was ich in meinem letzten Sommer in Konstanz während meine BA-Arbeit so zu schätzen gelernt habe.
Ja, ich bin wieder in Amherst. Gestern abend angekommen. Die Reise war unspektakulär bis langweilig. In Rio habe ich mir über ITunes noch das neue Coldplay/ArcticMonkeys – Album gekauft, sowie einen Film ausgeliehen (Crank2), um mich gebührend unterhalten zu können. Erstere haben das auch getan, letzteres nicht. Mein Hörbuch (A Song of Ice and Fire 2 – etwas über 50 Stunden) hat dann das Übrige getan. Nachdem ich für alle meine Flüge von Boston nach LA nach Rio nach Boston einen Fensterplatz vorbestellt hatte, wurden meine Gebete dann letztlich zumindest auf der kleinen Teilstrecke Charlotte-Boston von Fortuna erhört. Es ist einfach unschätzbar wertvoll, im Flugzeug eine Wand neben sich zu haben. Dann musst du nämlich nicht mitten in der Nacht erschreckt feststellen, dass dein Kopf während deines letzten wilden Traumes unbemerkt an der Schulter des Nebenmannes angedockt hat, dessen rechte Schulter jetzt feucht von geschätzten eineinhalb Stunden Schlaf-Sabber ist und du hoffend die Daumen drückst, dass das alles trocknet, bevor der Typ aufwacht. Gelobet sei die Wand.
Verfluchet sei Peter Pan. Gemeint ist nicht der fliegende Jüngling, der schlafende Mädchen in ihrem Zimmer besucht und sie ins Land ihrer Träume bringt (Nein, das ist kein Skript für einen Pornofilm. Siehe bei Wikipedia unter 'Disney'), sondern das Busunternehmen. Die brauchen nämlich, wenn du Pech hast, für die Strecke Boston Logan Airport – Umass Amherst schonmal 6 Stunden anstatt 2 in einem Auto. Da muss man dann an der SouthStation in Boston ne Stunde auf den Anschlussbus warten und dann nochmal fröhliche eineinviertel Stunden in Springfield. GRUMMEL.
Meine letzten Tage in Rio waren sehr schön. Am Donnerstag Abend haben wir Schumacker und Rafael, zwei Freunde Daniels, zum Dinner in ein ziemlich geiles Restaurant in Leblon begleitet. Schumacker haben wir eingeladen, weil der unsere Kutsche vom Flughafen gespielt hat. Wow. Geniales Buffet und Fleisch – haste noch nicht gesehn! Die Kellner sind permanent rumgerannt und haben einem Spieße angeboten. Da gabs dann alles. Lamm, Rind, verschiedenste Körperstellen – blutig oder unblutig. Meine Herren, hab ich Fleisch gegessen! Und ab und an mal zum Salatbuffet, um nicht NUR Fleisch zu essen. Hab auch das erste Mal in meinem Leben so richtig blutiges Fleisch gegessen, was überraschender Weise sehr gut geschmeckt hat. Danach sind wir zu fünft (Li, Julian, Schumacker, Rafael und ich) nach Lapa gefahren, einem angesagten Kneipenviertel. Das Wetter war schlecht und deshalb war Lapa nicht gar so überfüllt wie sonst, was sehr angenehm war. Wir haben dann bis drei Uhr morgens getrunken und geredet, wollten dann gehen, haben gesehen, dass ein Regensturm alle Straßen überflutet haben, weshalb kein Auto mehr fahren konnte, haben dann den anderen ausführlich erklärt, dass so etwas im gut durchstrukturierten Deutschland nicht möglich wäre und haben dann einfach weiter getrunken. Um halb 5 oder so waren wir dann zuhause, voller Fleisch und Alkohol und sind zufrieden ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag ging es uns nicht so gut. Deshalb haben wir dann auch nur am Nachmittag einen kleinen Ausflug nach Santa Teresa gemacht, sind mit der alten Tram von Centro aus hoch gefahren und haben die kleinen Gässchen und Cafes dort spontan ins Herz geschlossen. Li hat uns gehörig in den Hintern getreten und so sind wir dann mit ihr auch noch in einen nahen Park gewandert und wurden dort von einer überraschen schönen Aussicht über das regnerisch-grau Rio belohnt.
Am nächsten morgen ist Julian zurückgeflogen, Li und ich hatten beide ziemlich Magenprobleme, weshalb wir den Tag über im Appartment blieben und dann abends aufgebrochen sind – zu einer Karnevalsprobe! Das war genial! Drei Karnevalsschulen, jeweils mehrere hundert Mann (alleine die Trommelbrigade, das Herz einer jeden Schule, mehr als 250 Mann) – der Sound dringt wirklich in jede Pore und schüttelt das Tanzgen gehörig durch! Sehr geil, das wir das gesehen haben!
Am letzten Tag gabs dann noch ein letztes Highlight. Ein Fußballspiel in Maracana, dem Stadion, in dem Pele Brasilien 1950 zum Weltmeistertitel schoss. Beeindruckend, was die Flamengo-Fans für eine Stimmung produzieren, obwohl das Stadion nur zu einem guten Drittel gefüllt war. Das Spiel ging jedenfalls 3:2 für Flamengo aus, was ausreichend Gelegenheit zum Torjubel lies. Achja: die Organisation war übrigens derart schlecht, dass wir, am Stadion angekommen, erstmal zum Zwecke des Ticketkaufes wieder vom Stadion weggeschickt wurden, irgendwo unter eine Brücke 15 Minuten entfernt. Da war dann aber die Schlange so lang, dass wir so lange warten mussten, dass wir erst zur Ende der ersten Halbzeit das Stadion erreichten (und das auch nur, weil uns ein netter Mann mit seinem Sohn in seinem Auto mit zum Stadion genommen hat). Sehr schön, das ganze Mal gesehen zu haben, wenn ich auch erneut anmerken muss, dass so etwas in Deutschland ja nie...
Ich sitz jetzt wie gesagt gerade in Amherst Coffee und schreibe einen Blogeintrag, gleich gehe ich mit Alessandra und Teuta ins Kino (der neue Film mit George Clooney (?) ) und danach wahrscheinlich noch mit Julian und Mister Friedi zum Karaoke. Dort haben Yanis (FRA)und ich vor meiner Abreise aus Amherst das Publikum mit 'I believe I can fly' von R. Kelly beglückt und überrascht festgestellt, dass einige Gäste ausreichend betrunken waren, um uns zu loben. O-Ton Mister Friedl: 'Tha... That was the b-bä-best performance of se whole evening!'
Also mal schaun, was heut so geht.
Ich habe gerade geniale, vielfältige, herzliche, anstrengende, schöne vier Wochen erlebt und stelle , meinen Chai-Tee schlürfend, zufrieden fest, dass ich wieder richtig Bock habe, in der Philosophie Gas zu geben.
Klappe Amherst, die zweite!











In meinem letzten Sommer in Konstanz habe ich das ja schon öfter mal gemacht. Einfach rausgehen und in irgendeinem Cafe ein Buch lesen. Dieses Semester habe ich einiges an Zeit für Amherst Coffe und ich bin richtig froh darum. Meine Kurse sind Ethics (Feldman, Montag, 19-21.30), Epistemology (Kornblith, Dienstag, 16-18.30) und Rawls (Garcia, Donnerstag, 16-18.30). Das lässt mir sehr viel Freiraum für persönliche Zeiteinteilung – also genau das, was ich in meinem letzten Sommer in Konstanz während meine BA-Arbeit so zu schätzen gelernt habe.
Ja, ich bin wieder in Amherst. Gestern abend angekommen. Die Reise war unspektakulär bis langweilig. In Rio habe ich mir über ITunes noch das neue Coldplay/ArcticMonkeys – Album gekauft, sowie einen Film ausgeliehen (Crank2), um mich gebührend unterhalten zu können. Erstere haben das auch getan, letzteres nicht. Mein Hörbuch (A Song of Ice and Fire 2 – etwas über 50 Stunden) hat dann das Übrige getan. Nachdem ich für alle meine Flüge von Boston nach LA nach Rio nach Boston einen Fensterplatz vorbestellt hatte, wurden meine Gebete dann letztlich zumindest auf der kleinen Teilstrecke Charlotte-Boston von Fortuna erhört. Es ist einfach unschätzbar wertvoll, im Flugzeug eine Wand neben sich zu haben. Dann musst du nämlich nicht mitten in der Nacht erschreckt feststellen, dass dein Kopf während deines letzten wilden Traumes unbemerkt an der Schulter des Nebenmannes angedockt hat, dessen rechte Schulter jetzt feucht von geschätzten eineinhalb Stunden Schlaf-Sabber ist und du hoffend die Daumen drückst, dass das alles trocknet, bevor der Typ aufwacht. Gelobet sei die Wand.
Verfluchet sei Peter Pan. Gemeint ist nicht der fliegende Jüngling, der schlafende Mädchen in ihrem Zimmer besucht und sie ins Land ihrer Träume bringt (Nein, das ist kein Skript für einen Pornofilm. Siehe bei Wikipedia unter 'Disney'), sondern das Busunternehmen. Die brauchen nämlich, wenn du Pech hast, für die Strecke Boston Logan Airport – Umass Amherst schonmal 6 Stunden anstatt 2 in einem Auto. Da muss man dann an der SouthStation in Boston ne Stunde auf den Anschlussbus warten und dann nochmal fröhliche eineinviertel Stunden in Springfield. GRUMMEL.
Meine letzten Tage in Rio waren sehr schön. Am Donnerstag Abend haben wir Schumacker und Rafael, zwei Freunde Daniels, zum Dinner in ein ziemlich geiles Restaurant in Leblon begleitet. Schumacker haben wir eingeladen, weil der unsere Kutsche vom Flughafen gespielt hat. Wow. Geniales Buffet und Fleisch – haste noch nicht gesehn! Die Kellner sind permanent rumgerannt und haben einem Spieße angeboten. Da gabs dann alles. Lamm, Rind, verschiedenste Körperstellen – blutig oder unblutig. Meine Herren, hab ich Fleisch gegessen! Und ab und an mal zum Salatbuffet, um nicht NUR Fleisch zu essen. Hab auch das erste Mal in meinem Leben so richtig blutiges Fleisch gegessen, was überraschender Weise sehr gut geschmeckt hat. Danach sind wir zu fünft (Li, Julian, Schumacker, Rafael und ich) nach Lapa gefahren, einem angesagten Kneipenviertel. Das Wetter war schlecht und deshalb war Lapa nicht gar so überfüllt wie sonst, was sehr angenehm war. Wir haben dann bis drei Uhr morgens getrunken und geredet, wollten dann gehen, haben gesehen, dass ein Regensturm alle Straßen überflutet haben, weshalb kein Auto mehr fahren konnte, haben dann den anderen ausführlich erklärt, dass so etwas im gut durchstrukturierten Deutschland nicht möglich wäre und haben dann einfach weiter getrunken. Um halb 5 oder so waren wir dann zuhause, voller Fleisch und Alkohol und sind zufrieden ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag ging es uns nicht so gut. Deshalb haben wir dann auch nur am Nachmittag einen kleinen Ausflug nach Santa Teresa gemacht, sind mit der alten Tram von Centro aus hoch gefahren und haben die kleinen Gässchen und Cafes dort spontan ins Herz geschlossen. Li hat uns gehörig in den Hintern getreten und so sind wir dann mit ihr auch noch in einen nahen Park gewandert und wurden dort von einer überraschen schönen Aussicht über das regnerisch-grau Rio belohnt.
Am nächsten morgen ist Julian zurückgeflogen, Li und ich hatten beide ziemlich Magenprobleme, weshalb wir den Tag über im Appartment blieben und dann abends aufgebrochen sind – zu einer Karnevalsprobe! Das war genial! Drei Karnevalsschulen, jeweils mehrere hundert Mann (alleine die Trommelbrigade, das Herz einer jeden Schule, mehr als 250 Mann) – der Sound dringt wirklich in jede Pore und schüttelt das Tanzgen gehörig durch! Sehr geil, das wir das gesehen haben!
Am letzten Tag gabs dann noch ein letztes Highlight. Ein Fußballspiel in Maracana, dem Stadion, in dem Pele Brasilien 1950 zum Weltmeistertitel schoss. Beeindruckend, was die Flamengo-Fans für eine Stimmung produzieren, obwohl das Stadion nur zu einem guten Drittel gefüllt war. Das Spiel ging jedenfalls 3:2 für Flamengo aus, was ausreichend Gelegenheit zum Torjubel lies. Achja: die Organisation war übrigens derart schlecht, dass wir, am Stadion angekommen, erstmal zum Zwecke des Ticketkaufes wieder vom Stadion weggeschickt wurden, irgendwo unter eine Brücke 15 Minuten entfernt. Da war dann aber die Schlange so lang, dass wir so lange warten mussten, dass wir erst zur Ende der ersten Halbzeit das Stadion erreichten (und das auch nur, weil uns ein netter Mann mit seinem Sohn in seinem Auto mit zum Stadion genommen hat). Sehr schön, das ganze Mal gesehen zu haben, wenn ich auch erneut anmerken muss, dass so etwas in Deutschland ja nie...
Ich sitz jetzt wie gesagt gerade in Amherst Coffee und schreibe einen Blogeintrag, gleich gehe ich mit Alessandra und Teuta ins Kino (der neue Film mit George Clooney (?) ) und danach wahrscheinlich noch mit Julian und Mister Friedi zum Karaoke. Dort haben Yanis (FRA)und ich vor meiner Abreise aus Amherst das Publikum mit 'I believe I can fly' von R. Kelly beglückt und überrascht festgestellt, dass einige Gäste ausreichend betrunken waren, um uns zu loben. O-Ton Mister Friedl: 'Tha... That was the b-bä-best performance of se whole evening!'
Also mal schaun, was heut so geht.
Ich habe gerade geniale, vielfältige, herzliche, anstrengende, schöne vier Wochen erlebt und stelle , meinen Chai-Tee schlürfend, zufrieden fest, dass ich wieder richtig Bock habe, in der Philosophie Gas zu geben.
Klappe Amherst, die zweite!
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