Donnerstag, 6. Mai 2010
Samstag, 1. Mai 2010
Endorphin und Wahnsinn.
Und so saß ich also an der geöffneten Türe und schaute hinaus. Ziemlich genau zu der Zeit, als Thomas Müller in München seinen Drei-Tore-Marathon gegen den VFL Bochum begann, saß ich in einem kleinen, dröhnenden Raum und schaute ihm leider nicht dabei zu. Ich schaute einfach hinaus.
Vor einigen Wochen schon hatte ich mich hierfür gemeinsam mit Teuta angemeldet. Und so waren wir um 6.00 Uhr aufgestanden, hatten ein Standard Cashin-606e- Frühstück gefuttert (Bagels, zwei Sorten Hummus, Käse, Erdnussbutter, Cereals, Milch, getrocknete und frische Banananananen), noch schnell einige Klamotten in den Rucksack geworfen (wer weiß, wie kalt es werden würde?) und dann gings los. Treffpunkt um 7.00 Uhr vor Totman. Schnell in die Autos verteilt und ab nach Jumptown.
Glücklicherweise waren wir die ersten vier, die dort ankamen und wurden somit auch als die ersten 4 auf die Liste gesetzt. Es gab also nicht genug Zeit, um richtig Schiss zu bekommen. Es gab ein Briefing mit allen notwendigen Instruktionen und natürlich die für die USA handelsüblichen Unterschriften, die versichern, dass man über das Todesrisiko Bescheid wisse und und und bla bla bla... (im Ernst, hier gibt es Sticker für Autos, auf denen folgende Nachricht steht: "Careful, driving a car can cause death!" (etwa: "Autofahren kann eine Todesursache sein"). Das kannte ich ja schon von den Schnorcheltrips, wo gar ein großes Schild mit der Aufschrift "Achtung, wer schnorcheln will, muss schwimmen können!" angebracht war... (hab ich das vorher schonmal erwähnt? Ega, geht mir nicht aus dem Kopf...).
Es waren also alle Vorbereitungen getroffen und die Spannung stieg!
Und so sitze ich also an der geöffneten Türe und schaue hinaus. Ein schöner, sonniger Tag. Unter mir gähnen zweieinhalb Meilen Leere. Mein Instructor und ich sind die letzten, die anderen sind innerhalb der letzten Minute verschwunden. Es bleibt nicht genügend Zeit, um nachzudenken. Ich lehne meinen Kopf an seine Schulter, verschränke die Arme auf der Brust. Dann höre ich seine Stimme: "Ready, set, go!" Einen Moment lang verliere ich völlig die Orientierung. Dann spüre ich sein Klopfen an meinen Schultern und breite die Arme aus. Fliegen. 50 Sekunden. Ich spüre den Wind im Gesicht. Dann wird es kühl und ich sehe einen winzigen Moment lang nichts mehr. Eine Wolke. Ich schreie vor Freude, das Adrenalin schießt mir in den Kopf. Dann ein Ruck. Wir beginnen zu schweben. "Look to the right!", höre ich ihn sagen. Ich blicke nach rechts und sehe Teuta einige dutzende Meter entfernt an einem Fallschirm baumeln. Hunderte von Metern über den Wäldern und Seen von Massachusetts begegnen sich unsere Blicke. Wir lachen. Irgendwo zwischen Endorphinen und Wahnsinn.
Ja Mami, ich bin heute aus einem Flugzeug gesprungen. Und der FC Bayern ist Deutscher Meister geworden. Ein guter Tag.


Vor einigen Wochen schon hatte ich mich hierfür gemeinsam mit Teuta angemeldet. Und so waren wir um 6.00 Uhr aufgestanden, hatten ein Standard Cashin-606e- Frühstück gefuttert (Bagels, zwei Sorten Hummus, Käse, Erdnussbutter, Cereals, Milch, getrocknete und frische Banananananen), noch schnell einige Klamotten in den Rucksack geworfen (wer weiß, wie kalt es werden würde?) und dann gings los. Treffpunkt um 7.00 Uhr vor Totman. Schnell in die Autos verteilt und ab nach Jumptown.
Glücklicherweise waren wir die ersten vier, die dort ankamen und wurden somit auch als die ersten 4 auf die Liste gesetzt. Es gab also nicht genug Zeit, um richtig Schiss zu bekommen. Es gab ein Briefing mit allen notwendigen Instruktionen und natürlich die für die USA handelsüblichen Unterschriften, die versichern, dass man über das Todesrisiko Bescheid wisse und und und bla bla bla... (im Ernst, hier gibt es Sticker für Autos, auf denen folgende Nachricht steht: "Careful, driving a car can cause death!" (etwa: "Autofahren kann eine Todesursache sein"). Das kannte ich ja schon von den Schnorcheltrips, wo gar ein großes Schild mit der Aufschrift "Achtung, wer schnorcheln will, muss schwimmen können!" angebracht war... (hab ich das vorher schonmal erwähnt? Ega, geht mir nicht aus dem Kopf...).
Es waren also alle Vorbereitungen getroffen und die Spannung stieg!
Und so sitze ich also an der geöffneten Türe und schaue hinaus. Ein schöner, sonniger Tag. Unter mir gähnen zweieinhalb Meilen Leere. Mein Instructor und ich sind die letzten, die anderen sind innerhalb der letzten Minute verschwunden. Es bleibt nicht genügend Zeit, um nachzudenken. Ich lehne meinen Kopf an seine Schulter, verschränke die Arme auf der Brust. Dann höre ich seine Stimme: "Ready, set, go!" Einen Moment lang verliere ich völlig die Orientierung. Dann spüre ich sein Klopfen an meinen Schultern und breite die Arme aus. Fliegen. 50 Sekunden. Ich spüre den Wind im Gesicht. Dann wird es kühl und ich sehe einen winzigen Moment lang nichts mehr. Eine Wolke. Ich schreie vor Freude, das Adrenalin schießt mir in den Kopf. Dann ein Ruck. Wir beginnen zu schweben. "Look to the right!", höre ich ihn sagen. Ich blicke nach rechts und sehe Teuta einige dutzende Meter entfernt an einem Fallschirm baumeln. Hunderte von Metern über den Wäldern und Seen von Massachusetts begegnen sich unsere Blicke. Wir lachen. Irgendwo zwischen Endorphinen und Wahnsinn.
Ja Mami, ich bin heute aus einem Flugzeug gesprungen. Und der FC Bayern ist Deutscher Meister geworden. Ein guter Tag.


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