Montag, 21. Dezember 2009

Lichter, Brueste, 20 Dollar

Auf dem Highway, der von LA nach Osten hinein fuehrt, sagt Renate zu mir, dass wir einen kleinen Umweg machen. Quasi als Ueberraschung. Wow, meine ich und bin ein wenig aufgeregt, weil ich ueberhaupt keine Ahnung habe, wo es hingeht. An einer Autobahnraststaette rede ich mit einem Maedchen, das gerade eine Raucherpause macht und erzaehle ihr die Geschichte von der geplanten Ueberraschung. Sofort weiss sie, wo es hingeht, ich aber bitte sie in einem Anfall von spontaner Selbstdisziplin, es mir nicht zu sagen.
Wieder auf der Strasse klaert sich das Bild langsam. Strassenschilder mit der Aufschrift “Las Vegas” mehren sich. Ich meine zu meinen beiden Tourguides, dass ich das ziemlich krass und ueberhaupt irgendwie hammerhart faende, dass wir nach Las Vegas fahren.

Das Tropicana ist eines der aelteren Hotels, aber nichtsdestotrotz mit einer super Lage direkt am Strip. Las Vegas ist voellig verrueckt. Riesige, dekadente Bauten, Glas Limos etc. etc. und ueberhaupt hat man den Eindruck, dass man mit der monatlichen Stromrechung von Las Vegas halb Afrika mit sauberem Trinkwasser versorgen koennte.
Es gibt viel zu sehen. Am ersten Abend machen wir nicht mehr viel, schauen uns die riesige Leinwandshow am Freemont an und schiessen ein Foto mit mir und dem riesigsten Goldnugget aller Zeiten von der Welt und wahrscheinlich auch vom Universum.
Am zweiten Tag dann stand das Gluecksspiel an. Am Blackjacktisch hatte ich so nach 15 Minuten und einigen gluecklichen Entscheidungen aus meinen 20 Dollar 80 gemacht und stieg dann aus. 60 Dollar Gewinn, fuer das erste Mal Blackjack nicht schlecht, wie ich fand. Dann fuhren wir zum 'Stratosphere-Tower', einem ca. 300 Meter hohen Aussichtsturm mitten in Vegas, der interessanter Weise auf der Spitze einen Freefall-Tower und zwei kleine Achterbahnattraktionen zu bieten hat. Ich bin natuerlich sofort hoch, Renate und Dieter blieben unten, und habe mich in die 'Insanity' Attraktion gesetzt. Da setzt man sich in einen Sitz, wird angeschnallt und dann 300 Meter ueber Las Vegas ueber den Rand der Plattform hinausgeschwungen und rotiert. Ein geiles Gefuehl!
Danach gings in den Freefalltower, den ich aus SixFlags ja schon kannte und deshalb sehr geniessen konnte. Der war nochmal ca. 40 Meter hoch. In den paar Sekunden dort oben bot sich mir ein wunderschoener Ausblick ueber die Daecher der Casinos hinweg in die Vorstaedte, ueber das Tal und die Sierra Nevada hinweg bis zu den schneebedeckten Bergen am Horizont.
Ein weiteres Highlight an diesem Tag war unser Besuch im Bellagio, ein Casino, welches einige vielleicht aus einem der Ocean's Eleven Filme kennen. Eine beeindruckende Wassershow auf dem See vor dem Casino, danach ein sehr angenehmes Essen im Cafe Bellagio, einem sehr stilvoll und prunkvoll eingerichteten Lokal, fuer welches man abends schonmal eine Stunde in der Schlange stehen muss.
Anschliessend gings dann zum Bally's, wo wir nach einiger Zeit des Wartens, 40 verlorenen Dollars am Blackjacktisch und einer langen und interessanten Diskussion in einem Cafe in KleinParis dann schliesslich in das Theater hineingelassen wurden, um eine klassische Las Vegas Dance Show zu sehen; mit ohne Oberkoerperbekleidung. Eine sehr schoene und aesthetische DanceShow mit ziemlich ausgefallenen Kostuemen, schoenen Bruesten und extrem coolen Jongleuren und Artisten in den kleinen Pausen zwischen den Tanzauftritten. Ich kann wohl mit recht sagen, dass die Artisten mindestens so gut waren wie jene, die ich vor einigen Wochen im Cirque de Soleil in Amherst gesehen habe. Hut ab!
Am Abend waren wir dann voellig im Eimer und sind schnell ins Bett. Morgen sollte es ja schon wieder zurueck gehen. So interessant Las Vegas ist, arg lange koennte ich es in dieser Welt voller Blinklichter, dem Wunsch nach Reichtum und leeren Lebensinhalten nicht aushalten. Es war mega interessant und unheimlich grosszuegig von Renate und Dieter, mich hier herzubringen! Danke dafuer!

Am naechsten Tag haben wir dann noch einen Abstecher zum Hooverdamm gemacht. Ein Riesendamm, der in den 30er Jahren direkt an der Grenze zwischen Nevada und Arizona erbaut wurde.
Zwei sehr coole Tage mit einer Vielzahl an genialen Sachen habe ich hinter mir. Jetzt nutze ich die Ruhe in Palm Desert, um es mir mal so richtig gemuetlich gehen zu lassen!








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen