Montag, 16. November 2009

- Komische Fakten V -

Heutiger Bestandteil unserer Serie "Komische Fakten": Der philosophische Stil von Ludwig Wittgenstein.
Hier ein besonders schoener Auszug aus den Philosophischen Untersuchungen. Das Thema ist, was wir eigentlich unter dem Wort 'Schmerz' verstehen und wie wir seinen Gebrauch lernen (glaube ich...).







293. Wenn ich von mir selbst sage, ich wisse nur vom eigenen Fall, was das
Wort "Schmerz" bedeutet,-muB ich das nicht auch von den Andern sagen? Und
wie kann ich denn den einen Fall in so unverantwortlicher Weise verallgemeinern?
Nun, ein Jeder sagt es mir von sich, er wisse nur von sich selbst, was Schmerzen
seien!--Angenommen, es hatte Jeder eine Schachtel, darin ware etwas, was
wir "Kafer" nennen. Niemand kann je in die Schachtel des Andern schaun; und
J eder sagt, er wisse nur vom Anblick seines Kafers, was ein Kafer ist.-Da
konnte es ja sein, daB Jeder ein anderes Ding in seiner Schachtel hatte. Ja, man
konnte sich vorstellen, daB sich ein solches Ding fortwahrend veranderte.Aber
wenn nun das Wort "Kafer" dieser Leute doch einen Gebrauch hatte?So
ware er nicht der der Bezeichnung eines Dings. Das Ding in der Schachtel
gehort iiberhaupt nicht zum Sprachspiel; auch nicht einmal als ein Etwas: denn
die Schachtel konnte auch leer sein.-Nein, durch dieses Ding in der Schachtel
kann 'gekiirzt werden'; es hebt sich weg, was immer es ist.
Das heiBt: Wenn man die Grammatik des Ausdrucks der Empfindung nach
dem Muster von 'Gegenstand und Bezeichnung' konstruiert, dann fillt der
Gegenstand als irrelevant aus der Betrachtung heraus.




Der Mann macht mich fertig...

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