Drei Tage lang sahen wir uns jeden Tag. Ich führte sie zum Essen aus nach Downtown. Immer saßen wir mit ein wenig Abstand an der Straße und genossen den Abend. Beobachteten die unzähligen Studenten. Manchmal schwiegen wir uns eine halbe Stunde lang einfach nur an. Wir waren wie Seelenverwandte. Reden kann man mit beinahe jedem. Schweigen kann man nur mit wenigen.
Es lief alles darauf hinaus, dass wir eine wunderbare Beziehung führen würden. Ich war mir dessen sicher. Dann, eines morgens, war sie plötzlich verschwunden. Am Abend zuvor hatte ich sie noch nach Hause gebracht und dafür gesorgt, dass sie sich sicher fühlte. Sie wartete an der Bushaltestelle Hagis Mall auf mich. Ich hätte auch direkt nach Hause fahren können. Aber ich stieg aus und brachte sie nach Hause. Ich wollte ein Gentleman sein. Ich fühlte mich gut dabei. Auch sie fühlte sich wohl. Ich weiß es. Aber so ist das Leben wohl manchmal. Es erlaubt einem einen kurzen Augenblick, etwas Wunderschönes zu erblicken... und dann...
Das einzige, was bleibt, sind Erinnerungen. Erinnerungen an die gemeinsam verbrachten Augenblicke. Und das zerbrochene Schloss auf der Straße am nächsten Morgen. Ich warf es in den nächsten Mülleimer. Ich habe keinen Fehler gemacht. Manchmal gehen die Dinge eben in die Brüche. Sheela, meine schelmische, störrische Freundin mit dem goldenen Lächeln, ich werde dich vermissen. Aber das Leben geht weiter. Es muss. Irgendwie...
Nächstes Mal kaufe ich ein größeres, dickeres Schloss. Damit sich diese scheißverfluchte Fahrradmafia daran die Zähne ausbeißt.
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